CUPFINAL: «Wir erwarten ein Heimspiel»

Der FC Sion trifft heute Donnerstag um 16 Uhr in Genf auf Meister Basel. Mit Nicolas Lüchinger läuft auch ein ehemaliger St.Galler Junior für die Walliser auf. Der 22-Jährige spricht über Nervosität, die Bedeutung des Cups für das Wallis und die Stärken seines Teams.

Alexandra Pavlovic
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Nicolas Lüchinger will mit dem FC Sion den 14. Cup-Sieg holen und den FC Basel bezwingen. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))

Nicolas Lüchinger will mit dem FC Sion den 14. Cup-Sieg holen und den FC Basel bezwingen. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))

Interview: Alexandra Pavlovic

Nicolas Lüchinger, weshalb gewinnt Sion den Cupfinal?

Wir Walliser sind ein Mythos. Zum einen treten wir nun schon zum 14. Mal zum Final an. Zum anderen kann man sich das Endspiel im Schweizer Cup ohne den FC Sion schon gar nicht mehr vorstellen. Mit der grossen Unterstützung der Anhänger wird die Begegnung für uns zu einem Heimspiel. Dank all dem und unserer Spielqualität werden wir den FC Basel besiegen.

Mit welchen Emotionen gehen Sie in das Spiel?

Ich bin schon ein wenig nervös, gerade auch, weil wir nicht gegen irgendwen spielen, sondern gegen Meister Basel. Nichtsdestotrotz gehen wir in diese Partie, um zu gewinnen und den Baslern die Stirn zu bieten. Für mich ist der Cup auch speziell, weil es meine erste Cupfinal-Teilnahme in meiner noch jungen Profilaufbahn ist. Der Gewinn des Titels wäre für mich als 22-Jährigen einer der Höhepunkte meiner Karriere und sicher auch förderlich für die Zukunft.

Welche Bedeutung hat denn der Cup für Sie?

Am Schluss der Karriere blickt jeder Profi auf seinen Werdegang. Die Erfolge und vor allem auch die erreichten Titel bleiben in Erinnerung. Der Gewinn eines Cupfinals ist also nicht nur eine schöne Auszeichnung für den Lebenslauf, sondern krönt auch all die Arbeit.

Sie haben es zu Beginn bereits angetönt, der Cup geniesst im Wallis eine ganz besondere Bedeutung.

Ja, das ist so. Wenn man durchs Wallis fährt, ist die Anspannung regelrecht zu spüren. Jeder freut sich auf das Spiel und bereitet sich entsprechend vor.

Wie nehmen Sie das als Spieler wahr?

Auf den sozialen Medien erreichen uns viele Zusprüche, und auch sonst ist das Wallis stolz auf seine Wurzeln. Viele hängen die Walliser Fahne auf. Es herrscht eine grosse Euphorie. Ich kenne keinen Kanton, der das sonst auch macht. Ich bin stolz, das erleben zu dürfen und Teil davon zu sein.

Sie sagten, der Cupfinal sei für Sion praktisch ein Heimspiel. Wieso?

Weil das ganze Wallis anreisen wird. Mit dem Austragungsort Genf findet der Final zwar in der Nähe statt. Aber auch sonst reisen die Walliser für den FC überall hin. Vor zwei Jahren, als Sion den FC Basel in Basel mit einem 3:0-Sieg vom Platz gefegt hat, waren im Stadion achtzig Prozent Sion-Anhänger. In Genf werden es sicher mehr sein.

Der FC Sion hat bereits 13 Cupsiege auf seinem Konto. Hat man als Spieler nun eine gewisse Angst, zu jenem Sion-Team zu gehören, das zum ersten Mal einen Final verliert?

Angst, den Final zu verlieren, habe ich keine. Sonst müsste ich nicht antreten. Wir gehen nur mit einem Ziel nach Genf: den Cup zu gewinnen. Trotz allem, ein gewisser Druck ist da, auch die 14. Teilnahme für uns entscheiden zu müssen.

Gegen Meister Basel, in der Cup­final-Hauptprobe, hat Ihre Mannschaft zuletzt unentschieden gespielt. Gegen die Young Boys haben die Basler gar verloren. Sehen Sie Ihr Team psychologisch im Vorteil?

Nein, einen Vorteil sehe ich nicht. Wenn man sich die Mannschaftsaufstellung ansieht, erkennt man, dass sechs bis sieben wichtige Spieler bei Basel geschont wurden. Und auch wir haben am Wochenende gegen Luzern 2:3 verloren. Die Spiele tun aber nichts zur Sache. Denn der Cup hat seine eigenen Gesetze, und schliesslich müssen wir uns auf uns konzentrieren.

Worin liegt die Stärke Ihres Teams?

Wir haben junge und erfahrene Spieler. Für uns gilt es, eine gute Mischung zwischen Angriff und Verteidigung zu finden, um so den Baslern ein Bein zu stellen. Wir Jungen können sicher in Sachen Spritzigkeit und Siegeswillen Akzente setzten, wogegen die erfahrenen Spieler gerade in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren und uns Jungen die entsprechenden Impulse vermitteln können.

Haben Sie sich speziell auf den Cupfinal vorbereitet?

Bisher noch nicht gross, ausser dass wir das Penaltyschiessen eingeübt haben. Wir werden vorab nach Lausanne reisen, wo wir uns nochmals intensiv vorbereiten. Was unser Präsident mit uns noch plant, wissen wir nicht und ist auch für uns eine Überraschung.

Und wie wird gefeiert, sollte Sion den Cup gewinnen?

Ich weiss zwar nicht, was mich erwartet. Aber wenn ich mir die Bilder der vergangenen Jahre ansehe, kann ich nur erahnen, was auf mich zukommt. Ich werde auf jeden Fall an vorderster Front mitfeiern.

Ein als Kaminfeger verkleideter Sion-Anhänger wünscht Nicolas Lüchinger vor der Abfahrt in Richtung Cupfinal in Genf viel Glück. (Bild: CYRIL ZINGARO (KEYSTONE))

Ein als Kaminfeger verkleideter Sion-Anhänger wünscht Nicolas Lüchinger vor der Abfahrt in Richtung Cupfinal in Genf viel Glück. (Bild: CYRIL ZINGARO (KEYSTONE))

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