CUP: Machtdemonstration

Der FC Zürich ist dem FC Basel nicht gewachsen. In den Viertelfinals scheitert der Titelverteidiger auswärts gegen den Serienmeister mit 1:3.

Sven Schoch (sda)
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Basels Thurgauer Michael Lang jubelt nach dem Führungstreffer zum 2:1. (Bild: Georgios Kefalas/KEY)

Basels Thurgauer Michael Lang jubelt nach dem Führungstreffer zum 2:1. (Bild: Georgios Kefalas/KEY)

Sven Schoch (SDA)

In einem phasenweise attraktiven Fussballklassiker stoppte der FC Basel den zu Spielbeginn forschen Aussenseiter souverän. Der FC Basel ist jederzeit in der Lage, sein Niveau unter Druck entscheidend anzuheben. Vor allem dann, wenn er wie gestern in Rückstand gerät. Die Nerven verliert der Basler wenig wie Spiele. Deshalb unterlaufen den Herausforderern Fehler, wie der FC Zürich einen beim Eigentor zum 2:1 von Goalie Andris Vannins zu verkraften hatte.

In der 20. Minute überwand Basels Österreicher Marc Janko die Zürcher Gegenwehr per Kopf ein erstes Mal. Unmittelbar nach dem Ausgleich zum 1:1 setzte der Österreicher nach einer nächsten missratenen Befreiungsaktion Zürichs den Ball gegen die Torumrandung. Die Unterklassigen aus der Challenge League gerieten unter Druck, die Stilsicherheit der ersten Minuten war wie weggeblasen.

Zürcher Führung nach gut zwei Minuten

Selbst der Ausschluss des Baslers Taulant Xhaka in der 56. Minute veränderte am Drehbuch nichts mehr. Trainer Urs Fischers stilsichere Auswahl erhöhte mit einem sehenswerten Schlenzer Renato Steffens sogar auf 3:1, womit sich die Zürcher Zehnjahresbilanz in Basel weiter trübte: In 22 Spielen seit dem Meistercoup im Mai 2006 gewann der FC Zürich lediglich noch zweimal.

Nur der Auftakt war exakt nach dem Gusto des Aussenseiters aus Zürich verlaufen, der sich vorgenommen hatte, die Basler mit einer Prise Verwegenheit früh aus der Reserve zu locken. Oliver Buff nahm die Vorgabe von Coach Uli Forte wörtlich. Der frühere U17-Weltmeister setzte gleich im ersten Angriff energisch nach und verschaffte dem FC Zürich schon nach 126 Sekunden den erhofften Vorteil. Dann aber übernahm Basel das Kommando.

Nicht ohne Mühe qualifizierte sich der FC Sion zum dritten Mal in Folge für die Cup-Halbfinals. Auf dem Weg zum 5:1 gegen den Promotion-League-Klub Kriens fiel der wegweisende zweite Treffer durch den dreifachen Torschützen Moussa Konaté aber erst in der 65. Minute.

In den ersten 60 Minuten zeigte Sion gegen den Leader der Promotion League eine phasenweise pitoyable Leistung. Vom Unterschied von zwei Klassen war eine Stunde lang kaum etwas zu sehen. Auch nach dem Krienser Führungstor durch die Luzerner Leihgabe Omar Thali nach einer guten halben Stunde nach den Fehlern von Sions Goalie Anton Mitrjuschkin und dem Schiedsrichter-Assistenten blieb eine Reaktion der blassen Sittener zunächst aus. Zum Ausgleich kam der Favorit kurz vor der Pause nur dank eines Fehlgriffs des Krienser Torhüters Sebastian Osigwe, der den Freistoss von Bia aus rund 30 Metern in der nahen Ecke passieren liess.

Vergleich der Zuffis in den Halbfinals

In den Halbfinals vom 5. April kommt es zu den gleichen Affichen wie in den Halbfinals von 2012 – und zu einer Familienbegegnung der Zuffis. Der Altinternationale Dario Zuffi empfängt als Assistenztrainer mit dem FC Winterthur seinen Sohn Luca Zuffi mit dessen FC Basel. Damit es am 25. Mai in Genf zum gleichen Cupfinal kommt wie 2012, müsste sich neben dem FC Basel auch der FC Luzern auswärts durchsetzen. Die Hürde ist für die Innerschweizer indes ungleich höher. Sie treten bei den Cup-Spezialisten des FC Sion an. Die Walliser sind in diesem Spiel dank des Heimvorteils leicht zu favorisieren.