CSIO St.Gallen
Niklaus Schurtenberger gewinnt den Schweizer Cupfinal – der Appenzeller Edy Tanner überrascht mit Platz zwei

Der 38-jährige Appenzeller Edy Tanner schafft es in seinem ersten Schweizer Cupfinal gleich auf das Podest. Platz drei sichert sich der Luzerner Paul Estermann.

Sascha Dubach
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Niklaus Schurtenberger erhält im strömenden Regen den Siegerpokal überreicht.

Niklaus Schurtenberger erhält im strömenden Regen den Siegerpokal überreicht.

Michel Canonica

Der Appenzeller Edy Tanner erreichte erstmals den seit 1979 ausgetragenen und mit 32'200 Franken dotierten Cupfinal, für den sich die Reiter im vergangenen Jahr an fünf nationalen Turnieren qualifizieren konnten.

Und der 38-Jährige war es auch, der die Prüfung eröffnete. Im Sattel von Bell Ragazzo zeigte er eine von Sicherheit geprägte Runde ohne jeden Makel. Dies gelang im Anschluss auch dem Luzerner Paul Estermann mit Dover. Die weiteren Paare bekundeten Mühe mit dem 15 Hindernisse umfassenden Initialparcours.

Fuchs verzichtet auf Fortsetzung

Das Fehlerkonto einiger Reiter stieg beträchtlich, so auch bei Titelverteidiger Martin Fuchs mit The Sinner. Der Neo-Thurgauer verzichtete nach den ersten Abwürfen sogar auf eine Fortsetzung. Am Schluss blieb einzig noch Niklaus Schurtenberger mit dem Holsteinerwallach Lireu ohne Abwurf.

OK-Präsidentin Nayla Stössel mit Bundesrat Ueli Maurer
54 Bilder
Schweizer Cupfinal: Edy Tanner auf Bell Ragazzo.
Schweizer Cupfinal: Evelyne Bussmann auf Virtuoso Semilly.
Schweizer Cupfinal: Steve Guerdat auf Ulysse des Forets.
Schweizer Cupfinal: Christina Liebherr auf L B Companiero.
Marc Röthlisberger schafft es beim Jagdspringen am CSIO St. Gallen als 3. auf das Podest.
Harry Charles gewinnt das Jagdspringen am CSIO in St.Gallen.

OK-Präsidentin Nayla Stössel mit Bundesrat Ueli Maurer

Bild: Michel Canonica

Im zweiten verkürzten Umlauf ging Steve Guerdat mit Ulysse des Forets in Führung, in dem er nach dem Abwurf aus der ersten Runde nun ohne Makel blieb. Tanner blieb ruhig, ritt taktisch klug. Mit dem ersten Doppelnuller in der Zeit von 60,02 Sekunden setzte er seine nachfolgenden Kontrahenten mächtig unter Druck.

Diesem hielt Niklaus Schurtenberger stand, der sich als «Minimalziel» vornahm, Tanner zu bezwingen:

«Ich wusste, wenigstens das sollte mir gelingen.»

Mit einer ebenfalls fehlerfreien Vorstellung und einer um rund fünf Sekunden schnelleren Zeit übernahm er die Spitze. Nun lag alles an Estermann. Er konnte dem Druck nicht standhalten und mit einem Abwurf fiel er auf den Bronzeplatz zurück.

Edy Tanner im Sattel von Bell Ragazzo.

Edy Tanner im Sattel von Bell Ragazzo.

Bild: Michel Canonica

Für den 38-jährigen Tanner bedeutete die Silbermedaille der grösste Triumph in seiner Amateurkarriere:

«Der erste Höhepunkt begann schon vor dem Startzeichen. Einmal an einem solchen Turnier gemeinsam mit Steve Guerdat oder Martin Fuchs auf dem Vorbereitungsplatz zu reiten, ist schon der Wahnsinn.»

Und weiter: «Der Plan im zweiten Umgang von meinem Trainer Markus Fuchs war, anzugreifen und schnell zu reiten. Als ich aus dem Parcours kam, meinte er, mein Ritt glich eher einer Kaffeefahrt. Ich selbst griff zuerst an, wollte dann aber nur noch meinen Nuller konservieren, was auch aufging.»

Der 53-jährige Berner Schurtenberger, der nach 2014 zum zweiten Mal die Cuptrophäe in Empfang nehmen durfte, meinte zu seinem Ritt: «Ich bin ja von Natur aus nicht der Schnellste. Zudem habe ich das Potenzial meines Pferdes bis jetzt noch nie voll ausgeschöpft. Ich habe trotzdem alles versucht und es ist am Schluss dank dem Abwurf von Paul Estermann auch prima aufgegangen.»