CSIO St.Gallen
Jagdprinz Harry Charles: Der junge Brite gewinnt das Jagdspringen am CSIO St.Gallen – auch ein Schweizer erreicht das Podest

Der Brite Harry Charles siegt auf Valkiry de Zance vor dem Schweden Henrik von Eckermann und dem besten Schweizer Marc Röthlisberger. Eine Enttäuschung erlebt Martin Fuchs.

Florian Brauchli
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Vollgas: Harry Charles im Sattel von Valkiry de Zance.

Vollgas: Harry Charles im Sattel von Valkiry de Zance.

Michel Canonica

An dem Ort, wo sein Vater Peter Charles 1995 den Europameistertitel gewinnen konnte, triumphierte der erst 21-jährige Harry Charles im Jagdspringen.

Die traditionell nach Wertung C – Abwürfe werden in Strafsekunden umgewandelt – ausgetragene Prüfung erfordert einen perfekten Mix aus Präzision, Schnelligkeit und Risikobereitschaft.

Balsiger setzt starke Marke

Die erste starke Marke setzte Bryan Balsiger. Der jungen Neuenburger ritt mit Dubai du Bois Pinchet nach 96,31 Sekunden ohne Fehler ins Ziel und ging in Führung. Diese hielt lange – auch der Genfer Edouard Schmitz, der etwas weniger Risiko einging, kam mit Balenciana nur bis auf 1,15 Sekunden an den Führenden heran.

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Marc Röthlisberger schafft es beim Jagdspringen am CSIO St. Gallen als 3. auf das Podest.
Harry Charles gewinnt das Jagdspringen am CSIO in St.Gallen.

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Bild: Michel Canonica

Besser machte es Marc Röthlisberger. Der Berner, der neu im Kanton Schwyz zu Hause ist, drehte eine sehr schnelle Runde mit engen Wendungen, um Zeit zu sparen. Sein Holsteinerwallach Carlchen, der seiner Partnerin Bettina Schnyder gehört, spielte perfekt mit und das Paar ging mit der Zeit von 96,15 Sekunden in Führung.

Niklaus Schurtenberger kämpfte auf dem Weg zur Führung mit Orientierungsschwierigkeiten. Im Sattel von Quincassi vergass er die korrekte Linie auf die zweifache Kombination. Nur dank einer schnellen Reaktion schaffte es der Berner, die richtige Sprungreihenfolge noch einzuhalten.

Aber der Umweg und der Abwurf beim ersten Hindernis der Zweifachen kostete Zeit, wertvolle Zeit. Auf den späteren Sieger verlor er rund sechs Sekunden, ohne das Malheur hätte es wahrscheinlich zu Rang eins oder zwei gereicht.

Bestzeit pulverisiert

Vollgas gab dann Harry Charles. Mit dem Franzosenhengst Valkiry de Zance pulverisierte der der junge Brite die Bestmarke von Röthlisberger, sogar trotz eines Stangenfehlers am Einsprung der zweifachen Kombination, der mit vier Sekunden Zeitzuschlag bestraft wurde.

Die Zeit von 94,69 Sekunden sollte bis zum Ende halten. Auch Henrik von Eckermann, der schwedische Verlobte der Schweizer Springreiterin Janika Sprunger, kam mit Hera nicht näher als knapp eine Sekunde an Charles heran. Damit ertönte zu Ehren des Siegers «God Save the Queen», die Nationalhymne Grossbritanniens.

Der Berner Marc Röthlisberger mit Carlchen.

Der Berner Marc Röthlisberger mit Carlchen.

Michel Canonica

Die Schweizer Röthlisberger, Balsiger, Schmitz und Barbara Schnieper belegten hinter Von Eckermann geschlossen die Ränge drei bis sechs.

Fuchs erreicht Ziel nicht

Eine Enttäuschung erlebte Martin Fuchs. Der Zürcher hatte den Sieg im Jagdspringen zum Ziel erklärt. Doch der Europameister musste mit Tam Tam bereits am fünften Hindernis einen Abwurf akzeptieren und zwei weitere kamen hinzu. Mit zwölf Strafsekunden hatte er keine Chance auf den Sieg und belegte Rang 18.