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Schweizer Reiter-Hoch hält an

Pius Schwizer gewinnt am CSIO St. Gallen das Grosse Jagdspringen. Der WM-Zweite Martin Fuchs holt mit Chica zum dritten Mal den Schweizer Cup. Heute folgt der Nationenpreis.
Peter Wyrsch
Martin Fuchs mit Chica im Schweizer Cupfinal. In St. Gallen folgt der 26-jährige Spitzenreiter den Spuren seines Onkels Markus Fuchs. (Bild: Michel Canonica (1. Juni 2019))

Martin Fuchs mit Chica im Schweizer Cupfinal. In St. Gallen folgt der 26-jährige Spitzenreiter den Spuren seines Onkels Markus Fuchs. (Bild: Michel Canonica (1. Juni 2019))

Das Hoch hält nicht nur beim Wetter, sondern auch bei den Schweizer Springreitern am CSIO St. Gallen an. Das mit 65 000 Franken dotierte Grosse Jagdspringen bleibt wie die Jahre zuvor eine Domäne der Schweizer «Zeitjäger». Als dritter von 32 Reitern legte Pius Schwizer mit dem schnellen und wendigen Balou Rubin eine fehlerlose Runde in einer formidablen Zeit vor, die von seinen Konkurrenten nicht mehr erreicht wurde. Eine Siegesprämie von 16 250 Franken belohnte den 56-jährigen Routinier für seinen flotten Ritt in der 700 Meter langen Bahn, die mit 17 Hindernissen und vier Alternativen, darunter dem geschlossenen «Schafsgehege», ­bestückt war. «Ich ritt voll auf Angriff, und mein Plan ist aufgegangen», sagte Schwizer, der sich für seine missratene Cup-Titelverteidigung entschädigte.

Mit den Rängen drei für Alain Jufer, fünf für Niklaus Rutschi und sechs für Edwin Smits klassierten sich – wie im Grand Prix am Freitag – weitere Einheimische ganz weit vorne im Klassement.

Martin Fuchs’ dritter Streich

Zum dritten Mal heisst der Cupsieger der Schweizer Springreiter Martin Fuchs. Der WM- und Weltcupfinal-Zweite aus Wängi triumphierte im Top-Ten-Final mit der zehnjährigen Stute Chica hauchdünn vor der Solothurnerin Barbara Schnieper mit Chaleandra. Vier Hundertstel trennten letztlich die beiden nach zwei unterschiedlichen Kursen. Schnieper musste wie im Vorjahr, damals hinter Rekord-Cupsieger Schwizer, mit dem undankbaren zweiten Platz vorliebnehmen. Hervorragender Dritter mit ebenfalls fehlerfreien Passagen wurde Roland Grimm aus Niederbüren mit seinem hoffnungsvollen neunjährigen Captain. Erneut Pech wie im Grand Prix bekundete Bryan Balsiger. Der Schweizer Meister aus Corcelles war mit AK’s Courage dem ersten Cupsieg nahe, galoppierte durch die Zielschranke in Bestzeit, doch die hintere Stange am letzten Oxer fiel noch ins Gras. Rang vier statt Platz eins für den Neuenburger.

Für Pius Schwizer mit Chaquilot gab es keine erfolgreiche Titelverteidigung. Der Weg zum achten Cup-Triumph rückte für den 57-jährigen Routinier schon vor dem ersten Sprung des ersten Durchgangs in weite Ferne. Schwizer «verschlief» den Start und passierte die Startlinie mit einer Verspätung von zehn Sekunden. Das brachte ihm nebst einem Springfehler zusätzlich eine Zeitstrafe von 1,75 Punkten ein. «Ich hatte die internationale Anlaufzeit von 45 Sekunden im Kopf, nicht die 30 Sekunden für nationale Springen. Im Ziel wunderte ich mich über die deutliche Zeitüberschreitung. Ich werde wohl auch nur älter . . .»

Martin Fuchs ist mit seinem dritten Erfolg auf der Fährte seines Onkels Markus Fuchs, der fünfmal Cupholder war. 2013 siegte er in Ascona mit Karin, 2016 in Humlikon mit Coriano Carthago. «Der Cup hat Tradition. Deshalb freut mich auch dieser Erfolg», sagte der Grand-Prix-Sieger von Madrid und Basel in diesem Jahr.

Barbara Schnieper sagte über ihren zweiten Rang: «Ich vergab einen möglichen Erfolg auf dem Weg vom ersten zum zweiten Hindernis, als ich einen Galoppsprung zu viel machte.» Als vierter Ersatz war der St. Galler Roland Grimm mit Captain ins Finalfeld gerutscht. Dass er würdig ist, auf diesem Niveau mit dem neunjährigen Hannoveraner mitzuhalten, hat er bestätigt. «Dieses Pferd hat alles Vermögen und ist mir ans Herz gewachsen», meinte der Reiter aus Niederbüren. «Es müsste schon eine gewaltige Offerte ins Haus flattern, damit wir Captain verkaufen würden.»

Grosses Jagdspringen (Wertung C, 4 Sek. pro Abwurf, 65 000 Fr.): 1. Pius Schwizer (SUI), Balou Rubin, 88,17 (0 Strafsekunden). 2. Funnell (GBR), Billy McCain, 89,74 (0). 3. Alain Jufer (SUI), Cytise de la Fontaine, 92,11 (0). 4. Veniss (BRA), Anaya, 93,14 (4). 5. Niklaus Rutschi (SUI), Baloubelle CH, 93,21 (4). 6. Edwin Smits (SUI), Lantaro von Hof, 93,76 (4). – Ferner die ebenfalls klassierten Schweizer: 9. Paul Estermann, Anaba Haize, 96,60 (4). 11. Steve Guerdat, Evita, 96,65 (8).

S/A mit Stechen (150 cm, Weltranglistenspringen, 30000 Fr.): 1. Delmotte (FRA), Alanine, 0/40,58. 2. Williams (GBR), Rouge de Ravel, 0/41,74. 3. Janika Sprunger (SUI), King Edward, 0/47,76. 4. Modolo Zanotelli (BRA), Koddac, 4/42,31. 5. Leprevost (FRA), Cartino, 4/44,09. 6. Bryan Balsiger (SUI), Dubai du Bois Pinchet, 8/44,21, alle im Stechen.

Schweizer Cupfinal (Wertung A, 2 Umgänge, 10 Teilnehmer, Preisgeld: 32 200 Fr.): 1. Martin Fuchs (Wängi), Chica, 0/46,08. 2. Barbara Schnieper (Seewen SO), Chaleandra CH, 0/46,12. 3. Roland Grimm (Niederbüren), Captain, 0/53,16. 4. Bryan Balsiger (Corcelles NE), AK’s Courage, 4 (0+4)/45,13. 5. Pius Schwizer (Oensingen), Chaquilot, 5,75 (5,75+0)/48,05.

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