Corona
Jetzt hat es auch den HC Thurgau erwischt

Nach 13 positiven Coronafällen verordnet die Kantonsärztin eine zehntägige Quarantäne für das ganze Team - mindestens drei Partien müssen verschoben werden.

Peter Birrer
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Einstweilen keine Jubelbilder mehr für die Spieler des HC Thurgau

Einstweilen keine Jubelbilder mehr für die Spieler des HC Thurgau

Bild: Mario Gaccioli

23 Spiele hat der HC Thurgau in dieser Saison bereits absolviert, so viele wie sonst kein Klub der Swiss League. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten kam das Team lange um eine Quarantäne herum – aber nun hat es auch die Thurgauer erwischt: Elf Spieler und zwei Staffmitglieder wurden positiv auf das Coronavirus getestet.

Kantonsärztin Agnes Burkhalter ordnete darauf eine zehntägige Quarantäne an. Das wirkt sich natürlich auf den Spielplan aus: Die auf Mittwoch anberaumt gewesene Partie in Zug gegen die EVZ Academy wurde ebenso verschoben wie die Matches gegen die Ticino Rockets (22. Dezember, daheim) sowie La Chaux-de-Fonds (23. Dezember, auswärts).

Tests am Mittwochmorgen

Als am Montag ein Spieler meldete, dass bei ihm Grippesymptome aufgetaucht seien, liess er sich umgehend testen. Am Dienstag lag das positive Testergebnis vor. Die Thurgauer, die an dem Tag auf ein Training verzichteten, wurden für Mittwochmorgen zu Schnelltests aufgeboten – ein paar Stunden vor der geplanten Abfahrt nach Zug.

Die hohe Anzahl positiver Resultate zwang die Kantonsärztin schliesslich zum raschen Handeln. Bei einzelnen Spielern machten sich deutliche Symptome wie Fieber oder Kopfschmerzen bemerkbar. «Wir haben uns an das Schutzkonzept gehalten», sagt Geschäftsführer Thomas Imhof. Und weiter:

«Aber ein Risiko, dass sich ein Spieler ansteckt, besteht trotzdem immer.»

Sportchef Gody Kellenberger, der beim HCT auch als so genannter «Covid-19 Verantwortlicher» amtet, erschrak ob der hohen Zahl an Infizierten nicht: «Wenn das Virus einmal im Team ist, verbreitet es sich schnell. Die Spieler befolgen zwar die Massnahmen neben dem Eis, tragen überall Schutzmasken, aber im Training kommt es zwangsläufig zu Kontakten.»

Für jene Spieler, denen das Virus nicht nachgewiesen werden konnte, müssen so lange in Quarantäne bleiben wir der Erstinfizierte. Für alle anderen gilt: Sie bleiben seit gestern für zehn Tage isoliert. Wer in der Lage ist, muss sich körperlich daheim fit halten.

Weitere Partien ungewiss

Höchst fraglich ist, dass am 27. Dezember Kloten empfangen werden kann. Und ungewiss ist auch, ob zwei Tage später in Siders angetreten werden kann. Das hängt stark davon ab, wie die betroffenen Spieler die Krankheit bewältigen. Nach der Quarantäne müssen sie ein striktes Return-to-play-Protokoll befolgen und von einem Arzt grünes Licht erhalten.

Der Unterbruch hat zur Folge, dass den Thurgauern im neuen Jahr ein gedrängtes Programm droht. Aber Gody Kellenberger bemüht sich um Gelassenheit: «Bis jetzt hatten wir Glück, und unser Schutzkonzept funktionierte sehr gut. Nur vereinzelt mussten Spieler in Quarantäne, weil Familienmitglieder infiziert waren. Jetzt trifft es das ganze Team, aber wir müssen die Situation annehmen, wie sie ist. Uns bleibt nichts anderes übrig.»