Conference League
Der Joker bringt die Wende: Edon Zhegrova zaubert einen schwachen FC Basel im fernen Kasachstan zum Sieg

Trotz zwei Rückständen gewinnt der FC Basel in der 5. Runde der Conference-League-Gruppenphase mit 3:2 gegen Kairat Almaty und bekommt sein Finale um den Gruppensieg.

Jakob Weber
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Ein Grund zum Jubeln: Pajtim Kasami und Edon Zhegrova sorgen mit ihren Toren in Halbzeit 2 für die Wende.

Ein Grund zum Jubeln: Pajtim Kasami und Edon Zhegrova sorgen mit ihren Toren in Halbzeit 2 für die Wende.

Vladimir Tretyakov / AP

Es läuft die 64. Minute im Conference-League-Spiel im kasachischen Almaty, als sich Trainer Patrick Rahmen anschickt, der längsten Europacup-Reise in der Geschichte des FC Basel doch noch einen Sinn zu verleihen. 5250 Kilometer Luftlinie und fünf Stunden Zeitverschiebung entfernt von der Heimat liegt der FCB zu diesem Zeitpunkt nach einem äusserst pomadigen Auftritt 1:2 zurück.

Dabei muss er das Spiel gegen die bereits ausgeschiedenen Kasachen unbedingt gewinnen, um das Endspiel um den Gruppensieg am 9. Dezember gegen Qarabaq aus eigener Kraft schaffen zu können. Und genau deswegen handelt Rahmen jetzt.

Er bringt mit Edon Zhegrova, Matías Palacios und Sergio López gleich drei neue Leute. Sie sollen dem Spiel neuen Schwung verleihen und das, was vorher passiert ist, vergessen machen. Nach einem Beinahe-Zufallstor von Pajtim Kasami, dessen gelupfte Hereingabe an der Latte landet, patzt die FCB-Defensive in der 23. Minute nämlich gleich mehrfach. Letztlich geht Almatys Starstürmer Vagner Love am zweiten Pfosten völlig vergessen – und er kann zum 1:0 einschieben. Ein Rückstand, der zur Pause auch höher hätte ausfallen können. Doch Love verpasst in der 31. und 32. Minute mit zwei weiteren Abschlüssen weitere Tore.

Ein Elfmeter hälft den FCB im Spiel

Als sich die FCB-Fans vor dem TV – wegen der strengen Einreisebestimmungen waren keine Gästefans mit nach Kasachstan gereist – dann fast schon mit dem Pausenrückstand angefreundet hatten, sorgt der georgische Schiedsrichter für Aufsehen. Nachdem Valentin Stocker nach einer Flanke von zwei Kasachen ins Sandwich genommen wird, gibt es plötzlich Elfmeter. Und so tut Arthur Cabral in der 43. Minute, was ein Arthur Cabral aus 11 Metern immer tut: Er trifft souverän, und zwar zum 1:1. Sein elftes Tor im elften Europacup-Spiel in dieser Saison feiert der von Barcelona umworbene Stürmer mit dem Kuss aufs FCB-Logo.

Doch dieser Muntermacher reicht nicht. Auch nach der Pause bummelt der FCB weiter, und so geht Almaty in der 56. Minute wieder in Führung. Wieder sieht die FCB-Defensive in Person von Tomas Tavares nicht gut aus. Und so sieht sich Rahmen gezwungen, von der Bank Impulse zu setzen.

Und diese Impulse kommen und zwar in Person von Edon Zhegrova. Der Kosovare braucht nur fünf Minuten, um dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. 30 Meter vor dem Tor kommt er in der 69. Minute an den Ball, einen Gegenspieler schickt er per angetäuschtem Schuss in die Walachei, und dann knallt er die Kugel aus mittiger Position unter die Latte. Ein Traumtor.

«Wir wollten den langen Rückflug erträglicher machen»

Doch Zhegrova ist noch nicht fertig. Vier Minuten nach seinem Weitschuss schnappt er sich einen Abpraller, verlagert gekonnt die Seite zu Tavares, der seinem Gegenspieler entwischt ist. Tavares’ Hereingabe findet Kasami, der zum 3:2-Endstand trifft. «Wir wollten den langen Rückflug erträglicher machen. Ich bin stolz und glücklich, dass wir das Spiel noch drehen konnten», sagt der Torschütze später.

Direkt nach Abpfiff begibt sich der FCB gestern auf den Heimweg. Nach vier Spielen ohne Sieg und 18 Tagen ohne Ernstkampf wird die weite Reise mit diesem Happy End auch für die kommenden Aufgaben Selbstvertrauen geben. Schon am Sonntag geht es in der Liga auswärts in Luzern um Punkte. Dann vermutlich mit Topjoker Zhegrova in der Startelf.

Das Telegramm

Almaty – Basel 2:3 (1:1)

Ortalyk Stadion. – SR Kikacheishvili (Georgien). – Tore: 23. Vagner Love (João Paulo) 1:0. 45. Cabral (Foulpenalty) 1:1. 56. Hovhannisyan (Abiken) 2:1. 69. Zhegrova (Ndoye) 2:2. 73. Kasami (Tavares) 2:3.

Almaty: Pokatilov; Polyakov, Bagnack, Alip; Mikanovic (55. Hovhannisyan), Goralski, Ricardo Alves (55. Abiken), Vorogovskiy; João Paulo (70. Alykulov), Vagner Love (80. Seidakhmet); Kanté (55. Shushenachev).

Basel: Lindner; Lang (64. López), Frei, Pelmard, Tavares; Kasami, Burger (88. Xhaka); Ndoye (88. Males), Stocker (64. Palacios), Millar (64. Zhegrova); Cabral.

Bemerkungen: Basel ohne Esposito und Padula (verletzt). – Gelb-Rot: 92. Vorogovskiy (Foul). Nach dem Spiel: Abiken (Reklamieren). Verwarnungen: Goralski, Pelmard, Stocker, Kasami, Abiken, Cabral, Vorogovskiy. – 23. Lobball von Kasami an die Latte. 85. Tor von Ndoye wegen Abseits aberkannt.

Die Bilder zum Spiel:

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