Chile schiesst Spanien aus der WM

Der spanische König Juan Carlos hat am Mittwoch abgedankt - und mit ihm der amtierende Weltmeister. Spanien verliert auch sein zweites Spiel an der WM sang- und klanglos und hat nach dem 0:2 gegen Chile keine Chancen mehr, den Achtelfinal zu erreichen.

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Der Anfang vom Ende für den Weltmeister: Der Chilene Eduardo Vargas (rechts) trifft zum 1:0. (Bild: Keystone)

Der Anfang vom Ende für den Weltmeister: Der Chilene Eduardo Vargas (rechts) trifft zum 1:0. (Bild: Keystone)

Eduardo Vargas und Charles Aranguiz hatten den Südamerikanern mit ihren Toren eine 2:0-Pausenführung beschert. Und Chile mit einem starken Basler Marcelo Diaz war im Stande, das Polster geschickt zu verwalten.

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An Italy fan cheers prior to the group D World Cup soccer match between Italy and Uruguay at the Arena das Dunas in Natal, Brazil, Tuesday, June 24, 2014. (AP Photo/Andrew Medichini) (Bild: Keystone)
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Ironie des Schicksals
Es war nicht so, dass Spanien keine Möglichkeiten mehr auf einen Torerfolg besass. Doch diese Chancen wurden teilweise fahrlässig vergeben. Sergio Busquets beispielsweise verstolperte in der 53. Minute aus bester Position eine sogenannt Hundertprozentige. Der Titelverteidiger ist also erneut an einer WM in der Vorrunde kläglich gescheitert − wie 2010 (Italien) oder 2002 (Frankreich). Ironie des Schicksals: Spanien wird als Weltmeister damit genau an jenem Tag abgelöst, an dem in der Heimat König Juan Carlos die Abdankungsurkunde unterschrieb.

Chile steht nun ebenso wie Holland vorzeitig in den Achtelfinals. Diese beiden Mannschaften werden am nächsten Montag in Sao Paulo im Direktduell den Gruppensieg unter sich ausmachen, während die ausgeschiedenen Australien und Spanien in Curitiba zu einer Strafaufgabe antraben müssen.

Umstellungen verpufften wirkungslos
Nach dem Sieg der Holländer gegen Australien war die Ausgangslage für Spanien klar gewesen. Die Iberer wussten, dass eine zweite Niederlage das frühe Out bedeutet. Diese Konstellation schien sie eher zu lähmen als anzutreiben. Die Spieler der "Furia Roja" wirkten nervös, unsicher, blockiert, ideen− und ratlos. Sie leisteten sich Ballverluste, wie man sie von ihnen nicht kennt. Und es fehlte an Biss. Die neuen Impulse, die vom Trainer gekommen waren, nützten nichts. Vicente del Bosque hatte seine Ankündigung wahrgemacht, nach der 1:5-Pleite gegen Holland Umstellungen vorzunehmen. Die Opfer waren Innenverteidiger Gerard Piqué und Mittelfeldspieler Xavi Hernandez vom FC Barcelona gewesen. Sie wurden aus der Startelf auf die Bank verdrängt. In die Abwehr rückte Javi Martinez von Bayern München, Xavi wurde durch seinen Klubkollegen Pedro Rodriguez ersetzt.

Ein positiver Effekt blieb aus. Der Schock vom vergangenen Freitag war offensichtlich noch nicht verdaut. Bereits in den ersten 76 Sekunden hatten die Spanier zwei brenzlige Situationen überstehen müssen. Am Schluss schlichen sie in Rio de Janeiro wie geschlagene Hunde aus dem Maracana-Stadion, in dem sie eigentlich am 13. Juli gerne den Final bestritten hätten. Eine Wende wie vor vier Jahren in Südafrika nach dem 0:1 zum Auftakt gegen die Schweiz steht nicht mehr zur Debatte.

Chilenisches Tiki-Taka
Tiki-Taka spielten im Maracana nicht die Spanier, sondern die Chilenen, wie ihr 1:0 in der 20. Minute eindrucksvoll zeigte. Sie eroberten in dieser Szene im Mittelfeld den Ball und demonstrierten eine Kombination der Extraklasse, die Fussball-Liebhaber mit der Zunge schnalzen liess. Am Ende der Kette legte Charles Aranguiz für Eduardo Vargas quer, welcher Iker Casillas austanzte und einschob. Vargas spielte zuletzt in Spanien für den FC Valencia, mit dem er in der Europa League den FC Basel ausgeschaltet hatte. Auch beim 5:0 gegen die Bebbi hatte er getroffen.

Das 2:0 hatte seinen Ausgangspunkt bei einem Standard. Casillas konnte in seinem 17. WM-Match den Freistoss von Barça-Profi Alexis Sanchez nur ungenügend abwehren und Aranguiz, der sein Geld in Brasilien bei SC Internacional Porto Alegre verdient, stand goldrichtig, um den Abpraller zu verwerten − halb mit der Fussspitze, halb mit dem Aussenrist. Der Untergang der Spanier war nicht mehr aufzuhalten. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn Xabi Alonso nach einer Viertelstunde seine Grosschance verwertet hätte. Solche Überlungen sind hinterher aber Makulatur. (si/dwa)

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