Chelsea stellt Di Matteo auf die Probe

Mit Chelsea gastiert heute um 20.45 Uhr in der Champions League jener Club bei Schalke und dessen Coach Roberto Di Matteo, mit dem dieser die Königsklasse gewonnen hat. Gegen seine ehemaligen Spieler muss er beweisen, dass ihn Schalke zu Recht engagiert hat.

Ueli Zoss
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FUSSBALL. Für Roberto Di Matteo gibt es keinen Platz für Sentimentalitäten. «Ich werde mich auf meine Arbeit als Trainer von Schalke konzentrieren», sagte der Schaffhauser. Chelsea, heute zu Gast in Gelsenkirchen, ist freilich jener Club, mit dem er die grössten Erfolge gefeiert hat. Als Spieler gewann er mit den Londonern fünf Titel, darunter den Europacup der Cupsieger 1998, und als Trainer die Champions League 2012.

Sein Wiedersehen mit den Akteuren von damals ist zweitrangig, sind doch die Aufgaben der Gegenwart kompliziert genug. Zwar holte Schalke mit ihm in vier Heimspielen ebenso viele Siege, aber auswärts setzte es nur Niederlagen ab. Spiegelbild dafür ist die Champions League. Mit Di Matteo resultierte für Schalke gegen Sporting Lissabon ein 4:3 zu Hause. Die Revanche in Lissabon gewann Sporting 4:2.

Vielfältige Kritik an Schalke

Di Matteo wird vorgeworfen, das Team agiere lustlos. Oder die Defensive besitze keine Stabilität, obschon er beim Amtsantritt im Oktober eine schnelle Verbesserung im Abwehrverhalten ankündigte. Mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet müsse er zuerst beweisen, längerfristig einen Club trainieren zu können. Seine Engagements als Cheftrainer bei Chelsea und bei West Bromwich waren in der Tat nur kurz.

Viele alte Bekannte wird Di Matteo am Spielfeldrand nicht antreffen. Von dem Team, das 2012 Bayern München das «Finale dahoam» verdorben hat, sind nur vier Spieler übrig. Einer von ihnen, der damalige Matchwinner Didier Drogba, freut sich auf das Wiedersehen: «Wir hatten so viele Trainer, die etwas Besonderes nach Chelsea gebracht haben. Aber der, an den sich die meisten erinnern, ist Di Matteo, weil er mit uns die Champions League gewonnen hat.» Worte, die Drogbas aktueller Coach José Mourinho nicht gerne hört. Der Startrainer gewann zwar 2004 mit Porto und 2010 mit Inter Mailand die Champions League. Der grosse Wurf mit Chelsea, seinem erklärten Lieblingsclub, blieb ihm aber bislang verwehrt. Über Di Matteo sagt der Portugiese: «Ich spiele nicht gegen ihn. Wenn ich gegen ihn spielen würde, würde er gewinnen, weil er besser ist als ich.» Aber es sei Chelsea gegen Schalke.

Mourinho lobt sein Team

Wie der Leader der Premier League gegenwärtig spielt, entlockt Mourinho selbst höchstes Lob: «Wir sind in allen Wettbewerben noch unbesiegt, das ist phantastisch.» Die Serie soll auf Schalke fortgesetzt werden. Eines hat Di Matteo seinem prominenten Gegenüber aber voraus: Im Gegensatz zu Mourinho hat er mit Chelsea schon mal die Champions League gewonnen.