CHARAKTERTEST: Kämpfen bis zum Umfallen

Heute bestreitet St. Otmar in der NLA eine wegweisende Partie. Ein Auswärtssieg gegen Bern Muri ist Pflicht, um der Abstiegsrunde zu entkommen.

Daniel Good
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Viel Herzblut für St. Otmar: Kreisläufer Benjamin Geisser (rechts) (Bild: Urs Bucher)

Viel Herzblut für St. Otmar: Kreisläufer Benjamin Geisser (rechts) (Bild: Urs Bucher)

Daniel Good

Für St. Otmar steht heute ein Spiel von kardinaler Bedeutung auf dem Programm. Mit einem Sieg auswärts gegen Bern Muri sind die St. Galler für die Finalrunde der besten sechs NLA- Teams qualifiziert. Den Bernern genügt aber schon ein Unentschieden, um St. Otmar in die Abstiegsrunde zu verbannen. Wegen der Auswärtsniederlage am Dienstag gegen Titelverteidiger Schaffhausen und dem Punktgewinn von Bern Muri gegen Fortitudo Gossau liegen die Ostschweizer vor dem 18. und letzten Spieltag der Hauptrunde nur auf dem siebten Platz der Tabelle. Punktgleich mit den sechsklassierten Bernern zwar, aber mit der schlechteren Tordifferenz.

In der vergangenen Saison war St. Otmar noch Teilnehmer am Playoff um den Meistertitel und Cupfinalist. In dieser Saison aber ist der Ostschweizer Traditionsverein wegen der missglückten Vorrunde in die Bredouille geraten. Mit bloss vier Zählern standen die St. Galler nach neun Spielen zu Buche. Das Heimspiel gegen Bern Muri verlor St. Otmar Mitte Oktober 29:36. Dann setzten die Ostschweizer zu einer Aufholjagd an, die sie bis vergangenem Dienstag auf den sechsten Platz der Tabelle brachte.

Mit der Gossauer Methode

Heute ist ein ausgeglichenes Spiel zu erwarten. In den vergangenen fünf Partien zwischen Bern Muri und St. Otmar gab es je zwei Siege und Niederlagen sowie ein Unentschieden. St. Otmar hat auf jeden Fall die Mittel, um in der Gümliger Mooshalle den siebten Erfolg in dieser NLA-Saison zu ergattern. Den letzten Vergleich auswärts gegen Bern Muri gewann St. Otmar Anfang März 30:22. In jenem Spiel stand aber eine ganz andere St. Galler Mannschaft auf dem Feld. Im Sommer verliessen fünf Schlüsselspieler das Ostschweizer NLA-Team, sieben neue Akteure kamen dazu. Die Integration dauerte länger als erwartet. Und der Stargoalie Martin Galia war nicht adäquat zu ersetzen.

Am besten macht es St. Otmar heute wie Fortitudo Gossau. Der Abstiegskandidat Nummer eins aus dem Fürstenland hat am Dienstag auswärts gegen Bern fast gewonnen. Die Gossauer kämpften einmal mehr wie die Löwen und mussten den Ausgleich zum 28:28 erst drei Sekunden vor dem Ende des Spiels hinnehmen. Dem St. Galler Leitwolf Benjamin Geisser ist die Brisanz der heutigen Partie bewusst. «Wir müssen und wir werden die Partie gegen Bern Muri auch mit viel Herz gewinnen», sagt der St. Galler Kreisläufer.

Schon am nächsten Mittwoch wartet die nächste Herausforderung aus dem Bernbiet auf St. Otmar. In den Viertelfinals des Schweizer Cups spielen die St. Galler daheim gegen Wacker Thun um die Teilnahme am Finalturnier. Mit der Finalrunden-Qualifikation im Rücken liesse sich der harte Brocken leichter aus dem Weg räumen als mit einer Berner Enttäuschung. Die NLA-Saison wird nach dem heutigen Ende der Hauptrunde im Februar 2017 fortgesetzt. An der Abstiegsrunde beteiligen sich vier Mannschaften, die je viermal gegeneinander spielen.