Chance für Moreno Costanzo

Plötzlich drückt der ehemalige St. Galler Moreno Costanzo bei den Young Boys nur noch die Ersatzbank. Im heutigen Hinspiel des Sechzehntelfinals in der Europa League gegen Zenit St. Petersburg kann er aber mit einem Einsatz rechnen.

Ueli Zoss/Bern
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Moreno Costanzo, hier gegen Tottenhams Tom Huddlestone, will sich gegen St. Petersburg wieder ins Team der Young Boys spielen. (Bild: ky/Stephen Pond)

Moreno Costanzo, hier gegen Tottenhams Tom Huddlestone, will sich gegen St. Petersburg wieder ins Team der Young Boys spielen. (Bild: ky/Stephen Pond)

Fussball. Moreno Costanzo hat in dieser Saison in der Meisterschaft, im Cup und im Europacup 30 Spiele für die Young Boys absolviert, dabei acht Tore erzielt und ebenso viele Treffer vorbereitet. Kein anderer Berner weist mehr Einsätze auf als der ehemalige Spieler des FC St. Gallen. Der 22-Jährige musste beim 4:2 gegen Zürich aber mit der Ersatzbank vorlieb nehmen. Vladimir Petkovic, Trainer der Young Boys, zog den Schweden Alexander Farnerud seinem bisherigen Regisseur vor. Für die Begegnung mit dem russischen Meister Zenit St. Petersburg muss sich Petkovic aber nicht zwischen den beiden entscheiden. Farnerud kam in den Gruppenspielen für seinen ehemaligen Club Bröndby Kopenhagen in der Europa League zum Einsatz und ist auf europäischer Bühne diese Saison nicht mehr für die Berner spielberechtigt.

Zur Degradierung von Costanzo auf die Ersatzbank sagt Petkovic: «Moreno hat viele Spiele bestritten und muss neue Kräfte tanken. Ich brauchte gegen den FC Zürich die Qualitäten von Farnerud, vor allem seine Zweikampfstärke.» Der Schweiz-Kroate spricht damit das Manko an, das Costanzo auf dem Weg zu einem Klassespieler noch wettmachen muss: Ihm fehlen zwei, drei Kilogramm Muskelmasse. Gegen Zenit St. Petersburg steht Costanzo wohl wieder in der Startformation. Für das Derby in Thun am Sonntag kann sich Petkovic zudem vorstellen, Costanzo zusammen mit Farnerud zu nominieren.

Meister- statt Trainerfrage

Zwei Spiele im neuen Jahr, das 5:1 in Bellinzona und der Sieg gegen den FC Zürich, haben die Stimmung bei den Young Boys nach dem enttäuschenden fünften Platz in der Hinrunde wieder ins Positive gedreht. Auf einmal heisst die Frage nicht mehr, ob Petkovic gehen muss, sondern: Können die Young Boys doch noch Meister werden? Für das heutige Spiel schöpfen die Berner zudem Hoffnung aus den starken Leistungen im vergangenen Herbst gegen Fenerbahçe Istanbul sowie in den Heimspielen gegen Tottenham, Getafe und Stuttgart.

Einen Vorteil rechnen sich die Young Boys dadurch aus, dass die Russen in diesem Jahr noch keinen Ernstkampf bestritten haben. Die russische Meisterschaft beginnt erst im März. Petkovic sagt: «Das ist der bestmögliche Zeitpunkt, um gegen ein russisches Team zu spielen.» Natürlich sei St. Petersburg wegen seiner Voraussetzungen Favorit, «aber wir haben in dieser Saison schon mit namhaften Clubs mithalten können. Wir wollen das Heimspiel gewinnen». Mit «Voraussetzungen» spricht er die Millionen an, die der russische Gaskonzern Gazprom, der auch den deutschen Bundesliga-Club Schalke sponsert, in den Verein investiert. Zenit-Trainer Luciano Spalletti, der sich in der Serie A vor allem bei der AS Roma einen Namen gemacht hat, stehen Nationalspieler aus sechs verschiedenen Ländern zur Verfügung. Die bekanntesten Akteure der Mannschaft sind Stürmer Alexander Kerschakow, im Dezember zu Russlands Fussballer des Jahres gewählt, und der 13fache portugiesische Nationalspieler Danny.

«Russen sind Favorit»

Trotz dieser Namen wollen sich die Berner nicht beeindrucken lassen. «Sicher sind die Russen Favorit. Aber das beeindruckt mich nicht gross, sie kochen auch nur mit Wasser», sagt Mittelfeldspieler David Degen. Der Baselbieter wird in diesem Jahr erstmals zum Einsatz kommen, nachdem er in der Meisterschaft gesperrt war. Über solches Selbstvertrauen sollte heute auch Costanzo verfügen. Schliesslich spielt er auch um seine Zukunft als Regisseur.

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