CHAMPIONS LEAGUE: Ronaldo, immer wieder Ronaldo

Real Madrid dürfte am 3. Juni im Final von Cardiff um die Titelverteidigung spielen. Im Halbfinal-Hinspiel besiegt das Team Atlético Madrid dank dem dreifachen Torschützen Cristiano Ronaldo 3:0.

Stefan Wyss (sda)
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Cristiano Ronaldo feiert seine Champions-League-Tore Nummer 101, 102 und 103. (Bild: Francisco Seco/AP)

Cristiano Ronaldo feiert seine Champions-League-Tore Nummer 101, 102 und 103. (Bild: Francisco Seco/AP)

Stefan Wyss (SDA)

Zwei Tore gegen Bayern München im Viertelfinal-Hinspiel, drei Tore im Rückspiel und jetzt im Halbfinal gegen Atlético Madrid erneut drei Mal erfolgreich: Cristiano Ronaldo ist in den entscheidenden Spielen der Champions League nicht zu stoppen. In diesem von hinten bis vorne mit Weltstars gespickten Real-Ensemble ragt der Europameister Mal für Mal heraus. Zehn Tore in der Champions League sind es in dieser Saison schon wieder, von den vergangenen neun Real-Treffern gingen acht auf das Konto von Ronaldo. Und natürlich stellte er auch an diesem Abend wieder einen Rekord auf. Zwölf Tore hat in der Champions League beziehungsweise im Meistercup auf Stufe Halbfinals noch keiner erzielt. Bisheriger Rekordhalter war Reals Ausnahmekönner der 1950er-Jahre, Alfredo di Stefano mit elf Toren.

Real Madrid war nicht über die ganzen 90 Minuten deutlich besser. Aber es setzte die Akzente in den entscheidenden Phasen. So war zum Beispiel die Dominanz in den ersten 20 Minuten eklatant, kam das Heimteam zu sechs Cornern und auch zum wegweisenden Führungstor. Eine erste Flanke hatte Atlético noch abwehren können, der zweite Ball zur Mitte von Casemiro flog aber zu Ronaldo und der Weltfussballer traf in der zehnten Minute mit dem Kopf zum 1:0.

Atlético lässt sich überraschen

Atlético fand keinen Zugriff auf den Gegner und war etwas überrascht, dass Isco als Ersatz des verletzten Flügels Gareth Bale in einer zentralen Rolle zwischen Mittelfeld und Angriff agierte. Zusammen mit Casemiro, Toni Kroos und Luka Modric bestimmte Isco den Rhythmus fast nach Belieben. Die Partie glich sich zwar gegen Ende der ersten Halbzeit und bis weit in die zweiten 45 Minuten hinein aus, doch Real blieb weitgehend ungefährdet. Das Team von Zinédine Zidane war nicht nur genauer im Passspiel, sondern dominierte den Rivalen auch in dessen Kernkompetenz, denn die Spieler von Real gewannen fast zwei Drittel aller Zweikämpfe. Symptomatisch hierfür waren Entstehung und Abschluss beim 2:0 in der 73. Minute. Asensio und Benzema erkämpften sich und behaupteten den Ball gegen Lucas Hernandez und Diego Godin, dann kam Luis Filipe gegen Ronaldo zu spät und der Portugiese hatte freie Bahn. Das 3:0 fiel nach einem Konter und nach toller Vorarbeit des eingewechselten Lucas Vazquez in der 86. Minute.

Atlético ging dank der neusten Resultate in der Champions League und in der Meisterschaft mit einigen Hoffnungen ins Spiel, doch blieb nach dem 0:3 diese Erkenntnis zurück: Mit einer dezimierten und umgestellten Defensive sowie einem schwachen Abwehrchef Godin fehlt die solide Basis für den defensiven Konterfussball. Deshalb war nach den Erfolgen der vergangenen Runden gegen Leverkusen und Leicester gegen die Nummer eins der Welt nicht einmal im Ansatz etwas zu holen.