CHAMPIONS LEAGUE: Juventus zeigt Monaco die Grenzen auf

Juventus Turin verschafft sich im Halbfinal-Hinspiel mit dem 2:0-Erfolg auswärts gegen Monaco eine perfekte Ausgangslage. Gonzalo Higuain brilliert mit einer Doublette.

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Dani Alves leitete in der 29. Minute die kursweisende Situation im «Louis II» ein. Seine Absatzkickvorlage verwertete Gonzalo Higuain. Der argentinische ­Stürmer mit der Referenz von 94 Serie-A-Toren in knapp vier Saisons stoppte den Ligue-1-Leader. Und als Higuain in der zweiten Halbzeit eine weitere Vorlage des auf der internationalen ­Bühne Stephan Lichtsteiner vorgezogenen Aussenläufers Alves ­verwertete, breitete sich in den Reihen des Aussenseiters die Enttäuschung aus. Nach respektablen Erfolgen gegen deutlich höher eingestufte Teams wie Manchester City und Dortmund hatten sich die Einheimischen mehr als ein ernüchterndes Ergebnis erhofft, das die Chancen auf den ersten Finalvorstoss seit 2004 auf ein Minimum einschränkt.

Zumindest in der Startviertelstunde deutete Monaco sein Potenzial an. Der 18-jährige Ky­lian Mbappé verwickelte die Turiner mehrfach in heikle Situationen. Doch auch Mbappé schaffte es nicht, jene Mannschaft vor ernsthafte Probleme zu stellen, die in ihrer internationalen ­Kampagne seit November kein Gegentor zugelassen hat.

Juventus hat seine taktische Ausrichtung perfektioniert

Eine bessere Balance zwischen Defensive und Angriff bringt derzeit kein Vertreter der internationalen Beletage auf den Rasen. ­Juventus hat seine taktische ­Ausrichtung perfektioniert, unter normalen Umständen ist der italienische Branchenprimus so gut organisiert, dass selbst die spektakulärsten Offensivteams keine Lösung finden. Barcelonas Spieler hatten im Viertelfinal gegen den Serie-A-Titelhalter beim 0:4 einen Totalausfall erlitten. Nun droht auch der formstärksten Kreativabteilung eine Nullbilanz. 139 erfolgreiche Abschlüsse ­ hatte Monaco vor der Begegnung mit Juventus in 53 Partien produziert, ehe das Team an Grenzen stiess.

Das vergleichsweise «betagte» Turiner Team verfügt über Akteure, die ein Spiel jederzeit prägen können. Der in 168 Länderspielen und 100 Champions-League-Partien gestählte Goalie Gianluigi Buffon, das komplette Abwehrzentrum der Squadra ­Azzurra, Paulo Dybala, der die grössten Fortschritte der argentinischen Europa-Fraktion vorzuweisen hat, oder Higuain – in der Turiner Auswahl steckt Qualität ohne Ende.

Ein Team, das alle relevanten Zonen beherrscht, das im schwierigsten Club-Wettbewerb kaum Gegentore zulässt, ist in einem Atemzug mit Cristiano Ronaldos Madrilenen zu nennen. (sda)