CHAMPIONS LEAGUE: Die Young Boys reisen mit Selbstvertrauen nach Kiew

Für die Young Boys ist schon die erste Hürde auf dem Weg in die Gruppenphase hoch. In der dritten Qualifikationsrunde treffen sie auf den Traditionsclub Dynamo Kiew. Das Hinspiel tragen die Berner heute in der Ukraine aus.

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Eine Parallele zwischen den Clubs war am Wochenende auszumachen. Beide Teams spielten in ihren noch jungen Meisterschaften gegen den jeweiligen Meister und siegten ohne Gegentor: die Young Boys daheim gegen Basel mit 2:0, Dynamo bei Schachtar Donezk mit 1:0.

Die Young Boys und Dynamo sind in den europäischen Clubwettbewerben noch nie aufeinandergetroffen. Dafür dürfte es vielen noch in Erinnerung sein, dass die Berner vor einem Jahr ebenfalls in der dritten Qualifikationsrunde das innerhalb der Ukraine dominierende Schachtar Donezk im Penaltyschiessen aus dem Rennen warf. Mit einer ähnlich guten Gesamtleistung wird die Mannschaft von Trainer Adi Hütter auch gegen Dynamo nicht chancenlos sein. Schachtar gewann die vergangene Meisterschaft der Ukraine mit elf Punkten Vorsprung auf Dynamo. Den Bernern verlieh der geglückte Meisterschaftsstart Selbstvertrauen, wie Hütter sagte. Für ihn sei es wichtig gewesen, zu sehen, dass die Mannschaft gegen Basel kaum nennenswerte Chancen zuliess und zu null spielte. «Gerade dieses Zu-Null ist für uns wichtig», so der Vorarlberger.

Mit dem aktuellen Meister Schachtar Donezk hat sich Dynamo Kiew 25 von 26 Meistertiteln seit der Unabhängigkeit der Ukraine und der Gründung der Premjer Liha geteilt. Dynamo wurde 15-mal Meister – von 1993 bis 2001 ohne Unterbruch –, Schachtar 10-mal.

Dynamo Kiew setzt auf junge, einheimische Spieler

Im Unterschied zu Donezk setzen die Hauptstädter vorwiegend auf einheimische Spieler. Als sie am Wochenende das Spitzenspiel in Donezk – in der Meisterschaft sind erst zwei Runden gespielt – 1:0 gewannen, hatten sie zwölf ukrainische Spieler im Kader, sieben von ihnen in der Startformation.

Drei Namen sind untrennbar mit der Clubgeschichte verbunden: Stürmer Oleg Blochin, mittlerweile 65 Jahre alt, stürmte ab 1969 während 19 Saisons für Dynamo. Stürmer Andrej Schewt­schenko, heute 41-jährig und ukrainischer Nationalcoach, wurde bei Dynamo gross, ehe er ab 1999 bei Milan sieben grossartige Jahre erlebte. Der langjährige, 2002 verstorbene Stürmer Waleri Lobanowski machte sich vor allem als Nationaltrainer der UdSSR und der Ukraine einen Namen. Ab 1997 coachte er fünf Saisons lang seinen Stammklub Dynamo. Alle drei – Blochin, Schewtschenko, Lobanowski – sind Persönlichkeiten im Weltfussball. (sda)