CHAMPIONS LEAGUE: Der Coup der AS Roma

Die ersten Halbfinalisten heissen Liverpool und AS Roma. Manchester City schafft die heraufbeschworene Wende nicht, Barcelona verspielt in Rom einen komfortablen 4:1-Vorsprung.

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Im März 2017 hatte der FC Barcelona gegen Paris St-Germain nach einem 0:4 im Achtelfinal-Hinspiel zur grossen Wende angesetzt und die zweite Partie 6:1 gewonnen. Diesmal scheiterten die Katalanen nach deutlichem 4:1-Vorsprung überraschend in der Runde der letzten acht.

Innenverteidiger Kostas Manolas stürzte das Stadio Olimpico mit dem 3:0 in der 82. Minute in grenzenlose Ekstase. Der ­Grieche der AS Roma verwertete ­einen Corner per Kopf und belohnte das Heimteam für einen beherzten Auftritt, der mit dem gleichen Resultat endete wie das Spiel in der zweiten Gruppen­phase vor 16 Jahren. Davor hatten Edin Dzeko in der sechsten und Captain Daniele de Rossi in der 57. Minute mittels Foulpenalty getroffen.

Bereits vor dem 3:0 hatten die erstmals seit Einführung der Champions League in die Halbfinals vorgestossenen Römer mehrere gute Chancen nicht nutzen können. Es sollte sich aber nicht rächen, weil Barcelonas Motor gar nie warmzulaufen schien. Wenn Lionel Messi und Luis Suarez in Rom zu keiner nennenswerten Chance kommen, spricht das grundsätzlich für die gegnerische Verteidigung. Deshalb trug das südamerikanische Duo eine Mitschuld daran, dass Barcelona zum dritten Mal in Folge die Halbfinals verpasste.

City wartet weiter auf den wichtigsten Titel

Im wichtigsten europäischen Wettbewerb wird das Team von Pep Guardiola trotz der jahre­langen und milliardenschweren Investments seiner Besitzer aus dem Nahen Osten auch heuer leer ausgehen. Derweil steht der fünffache Sieger Liverpool erstmals seit 2008 und zum zehnten Mal in den Top vier der Champions League.

Guardiola setzte im Wissen, in 13 von 50 Spielen dieser Saison ein Resultat erzielt zu haben, das zumindest eine Verlängerung ­ermöglicht hätte, alles auf eine Karte. Nach dem 0:3 am vergan­genen Mittwoch blieb ihm aber auch keine grosse Wahl. Guardio­la beliess Captain Vincent Kompany an dessen 31. Geburtstag auf der Bank, um mit einer ­Dreierabwehr spielen zu lassen. Neben den drei Verteidigern war Fernandinho der einzige defensiv orientierte Feldspieler.

Die Massnahme in der Partie zwischen dem Leader und dem Dritten der Premier League ­zahlte sich zu Beginn aus. Nach 117 Sekunden gelang Gabriel ­Jesus das 1:0, wobei dem Treffer in der unmittelbaren Entstehung ein Foul vorausging. In der 56. Minute nahm jedoch Mohamed Salah dem Spiel mit seinem 39. Treffer im 44. Pflichtspiel die Spannung. Am Ende resultierte für Liverpool sogar ein Sieg, weil Roberto Firmino in der 77. Minute noch das 2:1 gelang. (sda)