CHAMPIONS LEAGUE: Den Final gebucht

Vor dem Halbfinal-Rückspiel spricht alles für ein Weiterkommen von Juventus: Das Hinspiel, die Routine und Goalie Gianluigi Buffon.

Sven Schoch (sda)
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Der 39-jährige Gianluigi Buffon ist seit Jahren einer der Erfolgsgaranten bei Juventus. (Bild: Andre Di Marco/KEY)

Der 39-jährige Gianluigi Buffon ist seit Jahren einer der Erfolgsgaranten bei Juventus. (Bild: Andre Di Marco/KEY)

Sven Schoch (SDA)

Juventus steht mit einem Bein bereits im Final. Die Turiner haben mit dem 2:0 im Halbfinal-Hinspiel in Monaco eine nahezu perfekte Basis geschaffen, um zum sechsten Mal in das Endspiel der Champions League vorzustossen. Im Stade Louis II verflüchtigte sich Monacos Hoffnung am vergangenen Mittwoch, ein zweites Mal nach 2004 um die prestigeträchtigste Trophäe im Clubfussball spielen zu können. Selbst eine der gefährlichsten Offensiven Europas konnte gegen Juventus nichts auszurichten. Das Team mit der aussergewöhnlichen Referenz von 149 Treffern in 59 Partien stiess nach den spektakulären Coups gegen Manchester City und Dortmund an seine Grenzen. «Wir werden versuchen, Juventus wehzutun», sagt Monacos Wunderknabe Kylian Mbappé. Der Teenager, dem offenbar eine konkrete Offerte von Real Madrid vorliegt, klang dabei nicht so, als würde er restlos daran glauben. An der Côte d’Azur sind die Fakten bekannt, das Juventus-Torverhältnis von 19:2 in der Königsklasse lässt wenig Spielraum zu; seit knapp fünf Monaten hat der Serie-A-Dominator in seiner internationalen Kampagne keinen Gegentreffer mehr zugelassen.

Juventus hatte im Hinspiel alles im Griff

Gegen den Leader der Ligue 1 ging der italienische Branchenprimus im Hinspiel mit chirurgischer Präzision vor. Emotionen kamen keine auf, die Betriebstemperatur blieb konstant tief. Während jeder Minute war im Hinspiel erkennbar, wie unfassbar viel Leadership und Wettkampfroutine in der Turiner Squadra steckt. Juventus schöpft aus der Erfahrung von 775 Partien im anspruchsvollsten Wettbewerb, Monaco kommt auf knapp einen Drittel dieser Marke.

In jedem Winkel des italienischen Traditionsvereins ist die Fokussierung auf die grossen Ziele und Bilder zu spüren. David Trezeguet, während einer Dekade bis 2010 in Turin engagiert und mit 171 Treffern noch immer der beste ausländische Stürmer der Vecchia Signora, erinnert sich in einem Interview mit der «L’Equipe»: «Juventus steht für pure Professionalität.» Der Club entfache auf der ganzen Welt Leidenschaft und ziehe die Tifosi massenhaft an.

Ein aktiver Juventino überragt derzeit alle: Gianluigi Buffon, der Jahrhundertgoalie, der Rekordhalter, der an manchen Tagen noch immer die Aura des Unbesiegbaren ausstrahlt. 39-jährig ist «Gigi Nazionale» inzwischen, von Rücktrittsgedanken keine Spur. Der Mann ist getrieben von seinem Ehrgeiz. Den sechsten Scudetto in Serie wird er gewinnen, den erstmaligen Champions-League-Triumph hat er im Kopf. Auf der Online-Plattform der Uefa wird Buffon mit folgenden Worten zitiert: «Zusammen mit dem WM-Titel wäre es das grösste Glück meiner Karriere.» Heute Abend gegen Monaco kann er einen weiteren Schritt zu diesem Glück machen.

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