CHALLENGE LEAGUE
«Wir sind auf den Boden der Realität zurückgekommen»: Das sagt FC-Wil-Trainer Alex Frei nach dem 0:2 gegen Kriens

Nach der zweiten Niederlage in Serie findet Alex Frei deutliche Worte. Der Wiler Cheftrainer ist der Meinung, dass die Mannschaft mit komfortablen Ausgangslagen noch nicht umgehen könne.

Tim Frei
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Wils Mergim Brahimi (in Weiss) versucht, den Krienser Oan Djorkaeff zu umspielen.

Wils Mergim Brahimi (in Weiss) versucht, den Krienser Oan Djorkaeff zu umspielen.

Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Wil, 20. März 2021)

Dass die Wiler Heimserie gegen die Krienser endete, kommt überraschend. Sprach doch vor der Partie wenig für einen Sieg der Gäste: Hier der FC Wil, der im neuen Jahr doppelt so viele Punkte wie der Gegner gesammelt und keines seiner sechs Heimspiele verloren hatte. Dort der SC Kriens, der in den vergangenen vier Auswärtspartien ohne Tor geblieben und diese Saison auf fremdem Terrain nur zwei von zwölf Spielen gewonnen hatte.

Auf einen Vollerfolg des Aussenseiters deutete eigentlich nur dies: Einer dieser zwei Siege holten die Zentralschweizer im vergangenen Oktober ausgerechnet in Wil. Doch seither hat sich einiges getan: Die Ostschweizer haben in der Winterpause die richtigen Schlüsse gezogen und sich gezielt verstärkt. Mit durchschlagendem Erfolg: Wil war zwischenzeitlich gar das punktbeste Team im Jahr 2021.

In den letzten zwei Partien etwas den Faden verloren

Wils Trainer Alex Frei vermutet, dass in den ersten Spielen nach der Winterpause vieles zu leicht gefallen sei. Die Mannschaft habe sich zwar vieles davon erarbeitet, «aber in den letzten zwei Partien gegen Aarau und Kriens haben wir den Faden etwas verloren». Wer meine, dass man mit weniger Aufwand mehr Ertrag erziele, täusche sich:

«Wir müssen in jedem Spiel an die Leistungsgrenze gehen, vielmals gar darüber hinaus, um die nötigen Punkte zu holen.»

Die zweite Halbzeit gegen Kriens sei zwar spielerisch okay gewesen, aber gefehlt hätten insgesamt: die zündenden Ideen auf den letzten 30 Metern, die Überraschungsmomente, die Präsenz auf zweite Bälle und im Strafraum. Der 41-jährige Frei sagt:

«Ob man 70 bis 80 Prozent Ballbesitz erreicht hat, interessiert keinen, am Schluss zählt einzig das Resultat.»

Der Trainer ist der Meinung, dass seine Mannschaft zwar damit umgehen kann, «wenn sie das Messer am Hals hat». Nicht zurecht käme sie dagegen mit komfortablen Ausgangslagen. Frei hat das Gefühl, dass dann bei vielem zehn Prozent fehle. «Nicht am Willen und an der Einstellung, aber etwa bei der Konzentration, der Präzision, der Entscheidungsfindung», sagt er und fügt an: «Dass wir in diesen zwei Spielen Lehrgeld bezahlt haben, ist insofern positiv, als wir alle wieder zurück auf den Boden der Realität gekommen sind.»