CHALLENGE LEAGUE: FC Wil steht vor dem Ligaerhalt

Der Überlebenskampf des FC Wil scheint ein gutes Ende zu nehmen. Noch diese Woche dürfte feststehen, dass er auch nächste Saison in der zweithöchsten Liga spielt. Die Lizenz hat er erstinstanzlich erhalten. Bei Le Mont gehen hingegen die Lichter aus.

Simon Dudle
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Simon Dudle

Der Sturm, in welchem sich die Wiler seit dem abrupten Abgang der türkischen Investoren Ende Januar befinden, dürfte in we­nigen Tagen definitiv abgeflaut sein. Denn seit gestern steht fest, dass die Wiler mit allergrösster Wahrscheinlichkeit auch nächste Saison in der Challenge League spielen werden. Als einzige der vier Mannschaften, die sich derzeit im Abstiegskampf der zweithöchsten Spielklasse befinden, haben die Ostschweizer die Lizenz für die nächste Spielzeit in erster Instanz erhalten.

Le Mont, Chiasso und Wohlen sind (noch) nicht im Besitz der Spielberechtigung und haben bis übermorgen Donnerstag Zeit, gegen das erstinstanzliche Urteil zu rekurrieren. Bei Chiasso sind finanzielle Aspekte nicht erfüllt und die Beleuchtung muss verbessert werden. Bei Wohlen sind mehrere Punkte im Stadion Niedermatten ungenügend. Ein zentraler Aspekt ist ebenfalls die ­Beleuchtung. Bei Le Mont ist die Finanzierung nicht so weit gesichert, dass die Lizenzkommission in erster Instanz hätte grünes Licht geben können.

Auch der FC Wil braucht ein helleres Stadion

Le Monts Clubpräsident Serge Duperret liess gestern gegenüber der Zeitung «Le Matin» verlauten, dass kein Rekurs eingelegt werde. Dies bestätigte er auch der Swiss Football League. Seit bald drei Jahren gehört der Lausanner Vorstadtclub der zweithöchsten Schweizer Spielklasse an, musste für die Heimspiele aber jeweils ins Exil nach Baulmes reisen. Die Lizenz hat Le Mont nie erstin­stanzlich erhalten, und es musste stets nachgebessert werden. Sie seien müde, immer wieder zu kämpfen, wird Duperret zitiert. Es stehe zur Option, nächste Saison in der 2. Liga oder der 2. Liga interregional zu spielen.

Mit dem FC Wil wird Duperret nicht grün. Es sei ungerecht, dass Le Mont immer pünktlich die Löhne bezahlt habe und nun ohne Lizenz dastehe. Wils Vereinspräsident Roger Bigger entgegnet: «Wir hatten einzig im ­Januar die Löhne erst in der fünftägigen Nachfrist überwiesen. Mittlerweile sind auch die Aprillöhne bereits bezahlt.»

Ändert der Le-Mont-Präsident nicht noch in letzter Sekunde seine Meinung, hat der FC Wil am Freitag vorzeitig den Liga­erhalt sichergestellt, obwohl er Tabellenletzter ist. «Ich bin ex­trem erleichtert. So können wir nun die Planung für die neue Saison vorantreiben. Das betrifft die Mannschaft, aber auch die gesamte Organisation des Vereins», sagt Bigger. Für die neue Saison wird ein Budget von rund 2,5 Millionen Franken zur Verfügung stehen, womit der FC Wil eher zu den kleinen Fischen der Challenge League zählen wird.

Die Lizenz haben die Wiler mit Auflagen erhalten. Auch sie müssen die Lichtverhältnisse ver­bessern. 500 Lux werden ab der ­neuen Saison, wenn ein neuer Fernsehvertrag den Clubs mehr Geld einbringt, gefordert. So viel hat die Anlage im Bergholz laut Bigger einst produziert, seit dem Stadionumbau aber nicht mehr. «Wo die Lux hingekommen sind, weiss ich nicht», sagt Bigger. Die Bestätigung der Stadt Wil, welche als Eigentümerin für die Arbeiten verantwortlich ist, liege vor.

Zudem muss der FC Wil nun alle drei Monate ein Budget vorweisen. Bis jetzt war dies halbjährlich nötig gewesen.

Womöglich bis zu drei Aufsteiger

Und was passiert, wenn neben Le Mont auch Wohlen und Chiasso ohne Lizenz bleiben? Dann wird es drei Aufsteiger aus der Promotion League geben. Genauso viele aufstiegswillige Clubs haben die Lizenz für die zweithöchste Spielklasse erhalten: Kriens, Rapperswil-Jona und Nyon. Da das Kleinfeld-Stadion der Krienser derzeit umgebaut wird, würde nächste Saison in der Gersag in Emmenbrücke gespielt.