CHALLENGE LEAGUE
Die erste Heimniederlage im 2021: Der FC Wil unterliegt Kriens 0:2

Der FC Wil muss nach dem 0:3 in Aarau zum zweiten Mal in Serie als Verlierer vom Rasen. Wie schon im vergangenen Oktober ziehen die Wiler gegen Kriens im Bergholz den Kürzeren. Den Ostschweizern fehlten offensiv schlicht die Ideen, um die massierte Abwehr der Gäste vor Probleme zu stellen.

Tim Frei
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Bledian Krasniqi (links) war einer der auffälligsten Wiler.

Bledian Krasniqi (links) war einer der auffälligsten Wiler.

Bild: Gianluca Lombardi

Es scheint, als habe die enttäuschende Wiler Leistung beim 0:3 in Aarau vor einer Woche doch tiefere Spuren hinterlassen. Waren es doch die Gäste aus Kriens, die in Wil besser ins Spiel fanden. Die Zentralschweizer waren zu Beginn überraschend offensiv eingestellt - in den bisherigen zwei Direktbegegnungen hatten sie über weite Strecken äusserst harmlos agiert. Der FC Wil dagegen hatte sichtlich Mühe, sein gewohntes Spiel aufzuziehen. Und das sollte sich über das gesamte Spiel nicht ändern.

Der Führungstreffer des SC Kriens in der 8. Minute war denn auch nicht unverdient. Dabei zeigte der Zweitletzte der Challenge League, dass er im Angriffsspiel durchaus eine feine Klinge führen kann. Nach einer schönen Einzelleistung passte Stürmer Patrick Luan den Ball unbedrängt durch den Sechzehner auf Liridon Mulaj. Dieser setzte sich anschliessend im Zweikampf gegen einen Wiler durch, um dann für Izer Aliu aufzulegen, der per Direktschuss zum 1:0 für die Gäste reüssierte.

Bis zur ersten Wiler Chance dauert es fast 20 Minuten

Es sollte fast 20 Minuten bis zur ersten Wiler Torchance dauern: Vor dem gegnerischen Strafraum liess der Gastgeber den Ball schnell laufen, ehe Lavdim Zumberi den Krienser Torhüter Pascal Brügger mit einem Weitschuss zu einer Parade zwang. Wenig Minuten später wäre das 0:2 beinahe Tatsache gewesen - es brauchte nach einem Corner eine mirakulöse Parade von Wil-Goalie Philipp Köhn. Der deutsch-schweizerische Doppelbürger lenkte den Ball in extremis mit einer Hand zum nächsten Corner, der ereignislos verstrich.

Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto mehr nahmen die Wiler das Heft in die Hand. Weil ihnen aber auf dem letzten Drittel die Ideen gegen die massierte Kriens-Abwehr fehlten, erspielte sich der Gastgeber keine nennenswerte Torchance mehr bis zum Pausenpfiff.

Marleku entscheidet die Partie in der Nachspielzeit mit einem Sonntagsschuss

In diesem Stil ging es in der zweiten Halbzeit weiter: Wil war nach Wiederanpfiff optisch deutlich überlegen. Abgesehen von wenigen Kontern spielte sich das Geschehen in der Hälfte der Krienser ab. Die beste Chance auf einen Treffer hatten aber nicht die Wiler, sondern die Gäste: Der eingewechselte Mark Marleku prüfte Köhn mit einem Schuss aus kurzer Distanz. In der Nachspielzeit machte es der Offensivspieler mit einem Sonntagsschuss dann besser und besiegelte das 2:0-Schlussverdikt.

Mit dieser Niederlage reisst die Wiler Heimserie 2021: Nach vier Siegen und zwei Unentschieden verlieren die Ostschweizer erstmals im neuen Jahr im heimischen Bergholz. Zudem verpassten sie eine grosse Chance, den Vorsprung auf die direkten Konkurrenten um den Ligaerhalt weiter auszubauen. Das Polster auf Kriens schmolz von neun auf sechs Punkte. Und auch Chiasso und Xamax konnten mit einem Remis je einen Zähler auf Wil gut machen.

Wil - Kriens 0:2 (0:1)
Bergholz - 5 Zuschauer - Sr. Hänni.
Tore: 8. Aliu 0:1. 92. Marleku 0:2.
Wil: Köhn; Izmirlioglu, Muntwiler, Sauter (87. Kronig); Dickenmann (87. Koide), Kamber (46. Fazliu), Krasniqi, Brahimi; Zumberi, Tushi; Silvio (66. Haile-Selassie).
Kriens: Brügger; Urtic, Alessandrini, Berisha; Mistrafovic, Kukeli (66. Selasi), Aliu, Costa; Djorkaeff (66. Marleku), Mulaj (82. Sessolo); Luan.
Bemerkungen: Wil ohne Abazi, Ismaili (beide verletzt), Abubakar, Jones, Krunic, Mettler, Klein, Blasucci, Paunescu, Sarcevic, Schäppi, Talabidi (alle nicht im Aufgebot). - Kriens ohne Bürgisser, Follonier, Yesilçayir, Ulrich, Busset (alle verletzt), Tadic, Zizzi, Sadrijaj (alle nicht im Aufgebot). - Verwarnungen: 23. Kamber. 30. Sauter. 49. Luan. - Gelb-Rote Karte: 80. Luan.