CHALLENGE LEAGUE: Der FC Wil bei der Aufstiegsfeier

Der heutige Gastauftritt der Wiler beim Ligakrösus FC Zürich ist eine ungleiche Begegnung, auch wenn dieser nicht in Bestformation antritt. Die Ostschweizer verpassen sich derweil eine neue Struktur.

Simon Dudle
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Zu Saisonbeginn ist der FC Wil angetreten, um im zweiten Anlauf unter türkischer Führung den Aufstieg in die Super League zu realisieren. Hätte man ihm damals anerboten, in der drittenletzten Runde bei einer Aufstiegsfeier vor mehreren tausend Zuschauern dabei zu sein, er hätte wohl unterschrieben.

Tatsächlich wird der Rahmen heute ab 19 Uhr im Letzigrund am Spiel der Wiler ein feierlicher sein – allerdings in erster Linie beim Gegner. Es ist die erste Partie, seit sich die Zürcher Aufsteiger nennen dürfen. Darum ist davon auszugehen, dass deren Trainer Uli Forte einigen jungen Akteuren die Chance geben wird, Spielpraxis unter Wettkampfbedingungen zu sammeln. Auch auf Wiler Seite würden Experimente nicht erstaunen. Trainer Maurizio Jacobacci hat nach dem Mittwochspiel gegen Winterthur angekündigt, in den letzten Runden zum Beispiel auf der Torhüterposition durchzuwechseln.

Auch wenn die Zürcher nicht mit der besten Mannschaft auflaufen, wäre alles andere als ein Heimsieg eine Überraschung. Zu deutlich ist der Qualitätsunterschied zwischen den beiden Teams in der Rückrunde. Hier der Leader und Aufsteiger, der noch kein Heimspiel dieser Saison verloren hat. Dort der Tabellenletzte, der seit der Winterpause gerade mal ein Spiel gewonnen und sechs Tore erzielt hat.

Von grösserer Relevanz als der Auftritt auf der grossen Zürcher Bühne ist bei den Wilern aber, was derzeit abseits das Rasens geschieht. Die Vorbereitungen für die nächste Challenge-League-Saison laufen auf Hochtouren. Gestern vermeldete der Verein strukturelle Veränderungen. Ab Juni wird er von gleich zwei vollamtlichen CEO operativ geführt. Namentlich sind es Adam Mechergui und Jan Wegmann, beide gerade mal 27-jährig. Mechergui leitete in den vergangenen dreieinhalb Jahren die Geschäftsstelle des Eishockeyclubs Uzwil. In dieser Zeit stieg der Verein von der 2. in die 1. Liga auf – allerdings am grünen Tisch. Mechergui soll sich in Wil vorrangig darum kümmern, das verlorengegangene Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Wegmann arbeitet seit sechseinhalb Jahren für den FC Wil und ist Stadionsprecher. Er wird die Geschäftsstelle leiten und ist für die Administration verantwortlich.

Eine personelle Rochade gibt es auch auf der Position des Mediensprechers. Patrick Bitzer gibt das Amt nach sechs Jahren auf eigenen Wunsch ab. Nachfolger wird der in Wil lebende Fernsehkommentator Dani Wyler.

Simon Dudle