Kultmarke Kästle ist zurück im Skiweltcup –Cédric Noger setzt auf die Erfolgsski von Pirmin Zurbriggen

Der Wiler Riesenslalomspezialist Cédric Noger wechselt in der kommenden Saison zu Kästle. Die Vorarlberger Skimarke will wieder an frühere Erfolge anknüpfen. Pirmin Zurbriggen war der erfolgreichste Athlet in der goldenen 80er-Ära.

Ives Bruggmann
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Cédric Noger setzt neu auf Kästle.

Cédric Noger setzt neu auf Kästle.

Bild: Gian Ehrenzeller/KEY

Cédric Noger fährt in der kommenden Saison im Weltcup auf Kästle-Ski. Die traditionsreiche Skimarke aus Hohenems will nach jahrelanger Abstinenz zurück an die Weltspitze im Bereich Ski alpin. Der 28-jährige Wiler Noger ist der erste Weltcup-Fahrer, der auf den Wiedereinsteiger setzt. «Der erste Eindruck war sehr gut», sagt der Riesenslalomspezialist. Noger schätzt vor allem die Bereitschaft von Kästle, auf seine Inputs einzugehen.

«Ich bin in der Kästle-Familie mit offenen Armen empfangen worden.»
Ein unwiderstehliches Duo: Pirmin Zurbriggen und Kästle.

Ein unwiderstehliches Duo: Pirmin Zurbriggen und Kästle.

Ullstein Bild Dtl. / ullstein bild/Getty Images

Die Vorarlberger Skifabrik gehörte während Jahrzehnten zu den erfolgreichsten im Alpinzirkus. In der Schweiz verbindet man Kästle vor allem mit dem Namen Pirmin Zurbriggen, der seine grössten Erfolge auf Kästle-Ski feierte. Ob bei seinen Weltmeistertiteln, den Gesamtweltcupsiegen oder bei Olympiagold 1988 in Calgary: Der Walliser Zurbriggen schwörte auf das Know-how aus Hohenems. Doch wirtschaftlich ging es bei Kästle Ende der 80er-Jahre rasant bergab. Das italienische Modeunternehmen Benetton rettete 1989 den österreichischen Skihersteller vor dem Konkurs. Die Produktion wurde jedoch von Hohenems zu Elan nach Slowenien ausgelagert. Der kapitale Sturz folgte 1999: Die Marke verschwand gänzlich von der Bildfläche.

Auferstehung 2007, Rückkehr 2015

2007 erwarb eine Vorarlberger Investorengruppe die Rechte an der Marke Kästle und verlegte deren Hauptsitz acht Jahre später wieder dorthin, wo 1924 alles begonnen hatte: nach Hohenems. Nun will Kästle «eine Medaille bei Olympia in Peking 2022», wie der Skihersteller die Ausrüsterverträge mit Swiss Ski und dem Österreichischen Skiverband in einer Mitteilung kommentierte. Seit 2018 ist das tschechische Sportunternehmen Consilsport Mehrheitseigentümer bei Kästle – und strebt nun eine Rückkehr an die Weltspitze an. Die Serienproduktion der Ski erfolgt zwar zu einem grossen Teil in Tschechien. Der Hauptsitz in Hohenems bleibt aber vor allem für Forschung und Entwicklung sowie für die Fertigung von Kleinserien von grosser Bedeutung.

Noger freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Kultmarke der 80er-Jahre und sieht Parallelen zu seinem Werdegang. «Sie kamen aus dem Nichts zurück – ähnlich wie ich.» Der St.Galler spürt beim Vorarlberger Skihersteller, dass er unbedingt an die Spitze möchte. «Das will ich auch.» Damit diesem Unterfangen nichts im Wege steht, erhält Noger künftig einen eigenen Servicemann.