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Capelas Traum vom Titel – und von den Millionen

Die Houston Rockets zeigen, dass sie es mit den Golden State Warriors aufnehmen können. Das liegt auch am Schweizer Clint Capela, der im Sommer vergoldet werden wird.
Nicola Berger
Clint Capela, Center der Houston Rockets. Bild: Rick Bowmer/AP (SaltFriday, 4. Mai 2018)

Clint Capela, Center der Houston Rockets. Bild: Rick Bowmer/AP (SaltFriday, 4. Mai 2018)

Das Erfolgsgeheimnis der Houston Rockets, dem souveränen NBA-Qualifikationssieger, beruht unter dem italo-amerika­nischen Trainerfuchs Mike D’Antoni auf der vielleicht schnellsten Offensive, die der Basketballsport je gesehen hat. Auf erbarmungslos vielen Drei-Punkte-Würfen. Auf der Brillanz des derzeit vielleicht aufregendsten Spielers der Welt, dem Spielmacher James Harden.

Doch die 127:105-Gala im zweiten Spiel des Western-Conference-Finals gegen den grossen Favoriten und Titelverteidiger war vor allem die Konsequenz einer exquisiten Defensivleistung. Es gibt ein Rezept, um die übermächtigen Warriors zu bezwingen: Ihren Star Stephen Curry nicht zur Entfaltung lassen zu kommen. Läuft es Curry nicht, gerät die Offensivmaschinerie der Warriors ins Stottern. Nun ist das kein einfaches Unterfangen, der 30-jährige Skorer wurde schon zwei Mal zum wertvollsten Spieler der Liga erkoren. Die Leichtigkeit, mit der er normalerweise seine Drei-Punkte-Würfe aus jeder erdenklichen Lage verwandelt, zermürbt jeden Gegner.

In der Nacht auf Donnerstag jedoch kam Curry in Houston nicht auf Touren: nur 16 Punkte, ein ein­ziger verwandelter Drei-Punkte-Wurf. Gemessen an seinen Standards war es eine miserable Darbietung. Das hat damit zu tun, dass er eben erst von einer längeren Verletzungspause aufgrund einer Blessur am linken Knie zurückgekehrt ist. Aber eben nicht nur. Denn da war auch Clint ­Capela. Der 24-jährige Genfer raubte Curry mit seinen Abwehrkünsten fast den Verstand. Überall wo Curry hinwollte, war Capela schon. Ihm gelang eine Vorstellung so dominant, als ob er seinem vor der Serie geäusserten, mutigen Satz Nachdruck verleihen wollte: «Wir sind besser als Golden State.»

Das wird sich noch weisen, Houston hat den Heimvorteil bereits abgeben müssen und steht in Spiel drei in der Nacht auf Montag in Oakland unter Druck. Doch selbst eine Niederlage könnte Capelas Hochgefühl kaum bremsen – hinter ihm liegen traumhafte Tage. Am Freitag wurde er von der Liga mit Indianas Victor Oladipo und Spencer Dinwiddie von den Brooklyn Nets für die Auszeichnung zu jenem Spieler, der sich in der Saison 2017/18 am meisten gesteigert hat, nominiert. Nie zuvor konnte ein Schweizer in der NBA auf einen Award hoffen.

Kometenhafter Aufstieg des Schweizers

Und als wäre das nicht genug der Wertschätzung, berichtete die Zeitung «USA Today» vom Plan der Phoenix Suns, Capela im Sommer einen Vertrag über das maximal zulässige Jahressalär ­offerieren zu wollen: 25,25 Mil­lionen US-Dollar. Die Summe dokumentiert den kometenhaften Aufstieg Capelas exemplarisch, er hat sich als Elite-Verteidiger etabliert und weist auf seiner Position zudem die höchste Wurfeffizienz aus.

Die Bereitschaft des Centers, Houston in Richtung Phoenix zu verlassen, dürfte minim sein. ­Capela zehrt davon, wie ihn der Regisseur Harden offensiv immer wieder in Szene setzt; der Sportsender ESPN bezeichnete die beiden kürzlich als das «am meisten gefürchtete Duo der NBA». Capela hat Harden viel zu verdanken, der Star ist für ihn eine Art Mentor, die beiden verstehen sich auch neben dem Platz bestens. Ob Capela das aufs Spiel setzen will? Dazu kommt: Phoenix war diese Saison mit 21 Siegen und 61 Niederlagen das schwächste Team der Liga. Bei den Suns kann Capela Spiele ­gewinnen, in Houston Meisterschaften.

Die Rockets um das Manager-Mastermind Daryl Morey wollen den Schweizer halten – die Frage ist nur, zu welchem Preis. Ein ­Capela-Salär in der Höhe von 25,25 Millionen wäre für Houston schwer mit der Gehaltsober­grenze zu vereinbaren – zumal auch ­andere wichtige Verträge auslaufen. Capela kann das im Prinzip egal sein: Er wird in diesem Sommer zum am besten bezahlten Schweizer Teamsportler der Geschichte aufsteigen, sei es in Houston oder anderswo. Mit dieser Perspektive vor Augen könnte er es vermutlich sogar verschmerzen, sollte sich seine Prognose für die Warriors-Serie nicht bewahrheiten.

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