Was Clint Capela in der NBA machen muss, damit er 10 Millionen mehr verdient

Clint Capela fordert in der Nacht auf Donnerstag die Utah Jazz, das Team seines gesperrten Schweizer Landsmannes Thabo Sefolosha, heraus. Für Capela geht es in jeder Partie um viel Geld.

Nicola Berger
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Körbe werfen und Millionen verdienen: Clint Capela (Mitte). Bild: Getty (Los Angeles, 21. Oktober 2018)

Körbe werfen und Millionen verdienen: Clint Capela (Mitte). Bild: Getty (Los Angeles, 21. Oktober 2018)

Clint Capela ist zwar erst 24, aber er ist schon so reich, dass er mehr Geld hat, als er in diesem Leben jemals wird ausgeben können. Capela, als Sohn einer alleinerziehenden Kongolesin im Genfer Charmilles-Quartier in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, unterschrieb diesen Sommer bei den Houston Rockets einen mit 80 Millionen Dollar dotierten Fünfjahresvertrag – nur elf Sommer, nachdem der Spätzünder Capela in Genf erstmals einen Basketball in die Hand nahm. Die atemberaubende Summe kann um zehn Millionen ansteigen, sofern der Center gewisse Parameter erfüllt. Für Capela geht es in jeder der 82 Partien der NBA-Qualifikationsphase um viel Geld, denn sein Vertrag enthält die drei folgenden Klauseln:

  • Capela erhält pro Saison eine zusätzliche Million Dollar, wenn die Rockets im Playoff die Conference Finals erreichen. Auf den ersten Blick mag das für ­Capela wenig vorteilhaft sein; Houston hat die Vorschlussrunde in den letzten 20 Jahren nur zwei Mal erreicht: 2015 und 2018. Doch hinter dem Ligaprimus und designierten Meister Golden State Warriors gelten die Rockets als zweite Kraft im Westen – und in der gesamten Liga. Es wäre eine Überraschung, sollte Houston den Western-Conference-Final verpassen – zumindest sofern die drei Schlüsselspieler James Harden, Chris Paul und Capela gesund bleiben. Die hartnäckigsten Konkurrenten neben den de facto gesetzten Warriors sind die Los Angeles Lakers mit Superstar LeBron James, die Oklahoma City Thunder mit Russell Westbrook und die Utah Jazz um Donovan Mitchell und Thabo Sefolosha, der sein Saisondebüt aufgrund einer Drogensperre erst am Sonntag gegen die Dallas Mavericks feiern dürfte.
  • Weitere 500 000 Dollar pro Saison erhält Capela, wenn er mindestens 65 Prozent seiner Freiwürfe verwandelt. Es ist die am wenigsten gnädige Klausel, denn die Freiwürfe sind seine grosse Schwäche, waren es schon immer – Capela sagte einmal, er habe sich in den ersten Monaten in der NBA davor gefürchtet, gefoult zu werden, weil er nicht zu den Freiwürfen antreten wollte. Zwar steigerte er sich von historisch schlechten 37,9 Prozent (2015/16) erst auf 53,1 (16/17) und 2017/18 auf 56,1 Prozent. Doch seine Werte befinden sich weit unter dem Liga-Durchschnitt, der letzte Saison 76,7 Prozent betrug. Capela hat viel Zeit und Training darauf verwendet, seine Technik zu verbessern. Im Sommer 2016 warf er in Las Vegas mit John Lucas, einem Spezialisten der Rockets, ab 6 Uhr morgens Tausende von Freiwürfen. Sie wurden analysiert, kritisiert, repetiert. Das Training verfehlte seinen Nutzen nicht, aber 65 Prozent bleiben eine steile Vorgabe.
  • Wenn Capelas Rate an «Defensive Rebounds» (das Herunterpflücken von Fehlwürfen des Gegners) am Saisonende über 30 Prozent liegt, kassiert er schliesslich weitere 500 000 Dollar zusätzlich. Es ist ein realistisches Ziel – aber kein Selbstläufer. 2017/18 steigerte sich Capela von 24,5 auf 30,8 Prozent. Es war der sechstbeste Wert der Liga.

Das Geld und die Leistungsklauseln könnten einem Athleten den Kopf verdrehen. Doch Trainer Mike D’Antoni sagt über Clint Capela: «Die Millionen haben ihn nicht verändert. Im Gegenteil: 2017 kam er leicht übergewichtig aus den Ferien zurück. Jetzt ist er fit und wirkt sehr motiviert. Wir werden viel Freude an ihm haben.»

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