Buntwäsche prägt den weissen Sport

Tennis wird auch «der weisse Sport» genannt. Woher kommt eigentlich die Bezeichnung? Und weshalb trifft sie je länger desto weniger zu?

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Tennis wird auch «der weisse Sport» genannt. Woher kommt eigentlich die Bezeichnung? Und weshalb trifft sie je länger desto weniger zu?

Professionelle Tennisspieler sind alle in Weiss gekleidet – zumindest war das lange Zeit so. Die Tradition hat ihren Ursprung ganz am Anfang dieses Sports, der schon rund 700 Jahre alt ist. Gespielt wurde früher in sogenannten Ballhäusern, die oft dunkel waren. Die Spieler kleideten sich in Weiss, damit sie einander besser sahen. Zudem wurde der Sport damals nur von Reichen und Adligen gespielt. Und unter den Betuchten galt es als unschicklich, sich mit Schweissflecken zu zeigen. Weisse Kleider boten den bestmöglichen Sichtschutz.

Heute ist das Outfit im Profitennis immer öfter von auffälliger, bunter Kleidung geprägt. Einerseits ein Zeichen des Zeitgeistes, andererseits haben die Spieler und ihre Ausrüster erkannt, wie sie sich noch besser vermarkten können. Dazu gehört häufig auch eine eigene Kleiderkollektion. Und die soll sich ja von der Masse abheben.

Nur ein Anlass hält noch streng an der Tradition des weissen Sports fest – das 1877 erstmals ausgetragene Turnier im englischen Wimbledon, wo in diesen Tagen gespielt wird. Dort muss das Dress eines Profis strikte zu 90 Prozent aus Weiss bestehen. Roger Federer kann ein Lied davon singen, als er 2013 seine weissen Schuhe mit oranger Sohle im nächsten Spiel auswechseln musste. (mat)

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.