BUNDESLIGA: Vier von fünf Bundesligaclubs setzen auf Schweizer

Nur Österreich ist in der Bundesliga personell stärker vertreten als die Schweiz. 23 Akteure umfasst die SFV-Fraktion, 83 Prozent der Clubs setzen in der deutschen Elitekategorie auf Akteure des südlichen Nachbarn.

Sven Schoch (sda)
Drucken
Teilen

Sven Schoch (SDA)

Vor allem auf der Goalieposition fällt die gehobene Quantität und Qualität aus der Schweiz auf. ­Roman Bürki bei Dortmund, Yann Sommer in Mönchengladbach und Marwin Hitz bei Augsburg begingen in der vergangenen Saison kaum einen gravierenden Fehler. Leipzig beschäftigt sogar ein Schweizer Goalietrio – nur dem früheren Young-Boys-Torhüter Yvon Mvogo ist indes zuzutrauen, beim Champions-League-Teilnehmer die aktuelle Nummer 1 Peter Gulacsi in absehbarer Zeit zu verdrängen. Für Bürki ist die grosse Nachfrage an Spielern mit Super-League-Vergangenheit nachvollziehbar. Sie sei ein Vertrauensbeweis für das Schaffen in der Heimat. Einen exzellenten Namen verschaffte sich einer, der sich im Club-Ranking unmittelbar hinter Bürki einreihte: Steven Zuber gehört seit vergangener Saison zum Hoffenheimer Kern. Im linken Couloir ist er ein Garant für Spektakel. Eine ähnlich wichtige Position besetzt Nico ­Elvedi in der Gladbacher Defensive. Der 20-Jährige ist seit November 2015 auf hohem Niveau Stammkraft. Eine vergleichbare Rolle ist für den Neuankömmling Denis Zakaria vorgesehen.

Mehmedis Rückmeldung, Schweglers Aufwertung

Einer permanenten Wellenbewegung kommt das Bayer-Engagement von Admir Mehmedi gleich. Im Sommer hätte er sich gegen einen Transfer zu Nice nicht gewehrt. Gemessen an seiner Klasse fällt sein Bundesliga-Output in Leverkusen zu gering aus: Fünf Treffer in 24 Monaten genügen nicht. Und doch bleibt der Nationalspieler dran. Der Kölner «Express» erklärte den 26-Jährigen zum Gewinner der Vorbereitung. Im Fall von Pirmin Schwegler, mit 206 Einsätzen der deutlich erfahrenste Schweizer Bundes­liga-Vertreter, ist mit einer markanten Aufwertung zu rechnen. Der Luzerner spürt bei Aufsteiger Hannover nach seinem Abschied von Hoffenheim wieder jene Wertschätzung, die er einst als Captain bei Frankfurt genoss.

Breel Embolo kehrte bei Schalke nach 284 Tagen Reha-Pause erst im Juli in einem Test gegen Baku aufs Feld zurück. Schwierig ist auch die Situation von Josip Drmic. Der verletzte Stürmer von Gladbach muss sein lädiertes Knie therapieren. Eine baldige Rückkehr ist kein Thema. Offen ist auch die Berliner Zukunft von Valentin Stocker. Ihm droht ein Platz auf der Tribüne.