BUNDESLIGA: Tuchel nun wohl doch kein Bayern-Kandidat

Vor der entscheidenden Saisonphase läuft Bayern München Gefahr, dass die Trainerfrage Unruhe entfacht. Der hoch gehandelte Thomas Tuchel soll aus dem Rennen sein.

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In die Trainerfrage beim FC Bayern München kommt Bewegung. Eine heiss gehandelte Option für die im Sommer programmierte Nachfolge von Jupp Heynckes ist nach diversen Medienberichten mitten in der Länderspielpause geplatzt: Der auch von Heynckes sehr geschätzte Ex-Dortmunder Thomas Tuchel wird laut «Bild am Sonntag» und «Süddeutscher Zeitung» nicht zum anvisierten Trainingsstart am 8. Juli in München loslegen. Der «Kicker» meldete am Sonntag, dass Tuchel zu Arsenal nach London gehe, um dort Langzeittrainer Arsène Wenger (68) im Sommer abzulösen. Für andere Medien ist Tuchel stattdessen Favorit bei Paris Saint-Germain. In England wurde auch der FC Chelsea genannt, weil der Italiener Antonio Conte wiederum mit PSG in Verbindung gebracht wird.

Ein Verwirrspiel ist ausgelöst. Europas Topclubs und die begehrtesten Trainer pokern. In den Spekulationen um die Heynckes-Nachfolge bei Bayern München kommen automatisch wieder andere Lösungen auf den Tisch. Etwa die mit dem einst bei den Bayern-Amateuren spielenden Leipziger Chefcoach Ralph Hasenhüttl. Weitere deutschsprachige Kandidaten sind Niko Kovac (Eintracht Frankfurt), ­Lucien Favre (Nice) und Julian Nagelsmann (Hoffenheim). Die Bayern-Bosse könnten auch umdenken und die deutsche Sprache als Auswahlkriterium zurückstellen. Ein ausländischer Startrainer wäre nicht neu.

Bayern gibt sich gelassen – wie lange noch?

In einer Telefonkonferenz sollen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeness und Sportdirektor Hasan Salihamidzic vergeblich um Tuchel geworben haben. Dieser hatte sie angeblich zuvor informiert, das Angebot eines ausländischen Topvereins anzunehmen. Bislang wirkten die Münchner Macher in der Trainerfrage nach aussen ­gelassen. Auch jetzt noch? Bei Heynckes gilt die Aussage, den Energie fressenden Trainerjob in München fernab von Frau, Bauernhof und Hund nur bis zum Saisonende ausüben zu wollen. Der bald 73-Jährige ist dafür bekannt, Abmachungen – auch an seine Frau – einzuhalten. Selbst wenn er zuletzt äusserte: «Ich habe bislang noch nie definitiv gesagt, dass ich am 30. Juni aufhören werde.» Kurz vor dem Start in die Saisonphase mit dem Champions-League-Viertelfinal gegen Sevilla und dem Pokal-Halbfinal in Leverkusen könnte die Trainerfrage Unruhe er­zeugen. (sda)