BUNDESLIGA: Schalke im Aufwind

Schalke rückt in der Bundesliga mit einem 2:0 gegen Hamburg auf Platz zwei vor. So gut war das Team seit November 2012 nicht mehr positioniert.

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Schalke bleibt zum sechsten Mal in Folge ohne Niederlage. (Bild: KEY)

Schalke bleibt zum sechsten Mal in Folge ohne Niederlage. (Bild: KEY)

Der Erfolg von Schalke gegen die Hamburger war nie in Gefahr. Gegen den 15. der Tabelle verteidigte das Team aus dem Ruhrpott zu gut, zu clever verhielt es sich in Ballbesitz. Die Handschrift des 32-jährigen Trainers Domenico Tedesco ist nach zwölf Spieltagen deutlich erkennbar. Der Jung-Stratege an der Linie hat sich in einem lauten und schwierigen Umfeld Respekt verschafft – teilweise auch mit unpopulären personellen Massnahmen. Den Abgang des beliebten ehemaligen Captains Benedikt Höwedes forcierte der Deutsch-Italiener ohne einen Ansatz nostalgischer Verklärung.

Embolo nur noch ein hoch dotierter Joker

Und im Fall des jugendlichen Hoffnungsträgers Breel Embolo gab der Trainer bereits mehrfach seinen Tarif durch; der Schweizer ist vorläufig nur ein hoch dotierter Joker. Tedesco kann sich den harten Kurs leisten. Die Ergebnisse auf dem Platz lassen keine Zweifel offen. Einzig die Abwehr des Meisters Bayern München hat zwei Treffer weniger zugelassen. Seit sechs Runden hat Schalke nicht mehr verloren und nur zwei Gegentore hinnehmen müssen. Die beste Klassierung seit der zweiten Ära der Klub-Ikone Huub Stevens inspiriert die Anhänger. Sie träumen vom Nummer-1-Status im Ruhrpott. Am kommenden Samstag wird Te­descos Ensemble dem angezählten und regelrecht abgestürzten Borussia Dortmund mit breiter Brust gegenübertreten.

Kruse bei Bremen überragend

204 Tage lang bemühte sich der Drittletzte Werder vergeblich um einen Sieg, gegen den bisher überzeugenden Aufsteiger Hannover endete die 14 Partien umfassende Leidenszeit. Einer überragte alle: Max Kruse, in der letzten Kampagne als 15-facher Torschütze massgeblich an der besten Werder-Saison seit Jahren beteiligt, seit der Sommerpause aber primär glücklos und zudem wochenlang verletzt. Der Stürmer führte Bremen mit einer Triplette zur Gala. Kruse war seit seinem letzten Treffer im Mai abgetaucht. Nun kam von ihm eine Rückmeldung, die sich wie eine Bewerbung für einen Platz in Jogi Löws WM-Kader anfühlte. Gemäss Bremer Beobachtern träumt der in kein Schema zu pressende Angreifer und passionierte Poker-Fan weiterhin von einer DFB-Begnadigung. (sda)