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BUNDESLIGA: Niedergang seit zwei Jahren

Nach nur fünf Monaten endet die Amtszeit von Martin Schmidt als Trainer des VfL Wolfsburg. Der 50-jährige Walliser ist gestern zurückgetreten. Er gewann nur 3 von 19 Spielen.
Stefan Wyss (sda)

Stefan Wyss (SDA)

Der Zeitpunkt kann überraschen. Noch am Samstag hatte Wolfsburg den souveränen Leader Bayern München an den Rand einer Niederlage gebracht, zur Pause 1:0 geführt und am Ende erst durch einen Penalty von Robert Lewandowski in der letzten Minute verloren. «Das Spiel war am Ende gegen uns», sagte Schmidt. Es war nicht die schlechteste Leistung der Wolfsburger unter dem Walliser.

Aber der Zeitpunkt kann auch nicht überraschen. Gewonnen hat Schmidt mit Wolfsburg ohnehin wenig, nur dreimal in 19 Bundesligaspielen, doch zuletzt mehrten sich die Niederlagen. Wolfsburg schied in den Cup-Viertelfinals aus und verlor vor dem 1:2 gegen Bayern München auch in Bremen, gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg.

«Martin Schmidt will mit seinem Rücktritt den Weg freimachen, damit Wolfsburg mit einem neuen Cheftrainer schnellstmöglich den Ligaerhalt sichern kann», sagte Manager Olaf Rebbe. «Wir hätten dieses Ziel nur allzu gerne mit ihm erreicht, aber wir konnten ihn nicht von seinem Entscheid abbringen.»

Grosser Aderlass wegen der VW-Krise

Am Samstag spielt Wolfsburg mit den beiden Schweizer Internationalen Renato Steffen und Admir Mehmedi im Kader auswärts gegen Mainz, das derzeit Platz 16 belegt und damit auf dem Barrage-Platz klassiert ist. Der Vorsprung der Wolfsburger auf die Mainzer beträgt nur noch einen Punkt. Damit übergibt Schmidt das Team so, wie er es Mitte September vom Niederländer Andries Jonker übernommen hat: auf Rang 14 und mit minimaler Reserve auf den Barrage-Platz.

Die schwierige Situation von Wolfsburg ist aber nicht die Schuld von Jonker oder Schmidt. Bereits in der vergangenen Saison spielte das Team bis zuletzt gegen den Abstieg. Die Relegation wurde erst in der Barrage gegen Braunschweig verhindert. Der sportliche und wirtschaftliche Niedergang war und ist rasant. 2015 war Wolfsburg noch Zweiter und schickte sich an, mit Volkswagen-Geldern die Bayern herauszufordern.

Doch die Krise im VW-Konzern führte zu einem Kollateralschaden in der Fussball-Abteilung. Statt mit teuren Transfers auf die Höhe der Bayern zu kommen, musste innerhalb kurzer Zeit das Tafelsilber verkauft werden. Erst ging Weltmeister André Schürrle zu Dortmund, dann Julian Draxler zu Paris St-Germain und schliesslich Ricardo Rodriguez zu Milan. Allein diese drei Transfers spülten zwar nahezu 100 Millionen Euro in die Kasse, konnten aber sportlich nicht kompensiert werden.

Und weil nicht nur die ganz guten Spieler gingen, sondern auch die ziemlich guten wie Luiz Gustavo, Daniel Caligiuri, Mario Gomez, Max Kruse oder Dante, stellen sich die Anhänger die Frage, ob der Niedergang überhaupt noch gestoppt werden kann.

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