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BUNDESLIGA: Hamburg zieht die Reissleine

Hamburg beurlaubt Trainer Markus Gisdol. Der Neue soll schon bald kommen.
Markus Gisdol steht bei Hamburg nicht mehr an der Seitenlinie. (Bild: Thorsten Wagner/Freshfocus)

Markus Gisdol steht bei Hamburg nicht mehr an der Seitenlinie. (Bild: Thorsten Wagner/Freshfocus)

Mit Tränen in den Augen fuhr Trainer Markus Gisdol letztmals vom Parkplatz des Hamburger SV. Bis zuletzt hatte der 48-jährige Schwabe gehofft zu bleiben, aber Vorstandschef Heribert Bruchhagen konnte am Sonntagvormittag nicht anders: Einen Tag nach dem 0:2 gegen den ­Tabellenletzten 1. FC Köln beurlaubte er jenen Coach, der den Verein in der Vorsaison vor dem Abstieg gerettet hatte.

«Vorzeitige Trennungen von Trainern sind grundsätzlich nicht gewollt, aber wir glauben, dass neue Impulse zwingend notwendig sind, um das nach wie vor ­angestrebte Ziel Klassenerhalt zu erreichen», sagte Bruchhagen. «Über die Nachfolge des Cheftrainers ist eine sehr zeitnahe Entscheidung geplant», teilte der Verein mit. Favorit soll Ex-HSV-Profi Bernd Hollerbach sein.

«Der Verein hat mir mitgeteilt, dass man mich freigestellt hat», sagte Gisdol am Sonntagmorgen. «Ich hätte gerne weitergemacht. Ich muss das akzeptieren», seufzte er. Das Training übernahm gestern Athletik-Coach Daniel Müssig.

15 Punkte in 19 Spielen

Der Dauerkrisenklub Hamburg ist im Sturzflug Richtung 2. Liga. Das ist nicht Pech, sondern hausgemacht. Lediglich 15 Punkte in 19 Spielen sind ein erschreckendes Zeugnis. So wenig Zähler hatte der hanseatische Traditionsklub nicht einmal 2013/14, als der Ligaerhalt erst in der ­Relegation gelang, und in der schwachen Saison des Vorjahres nach 19 Spielen.

Als aussichtsreichster Kandidat auf den Trainerposten wird Bernd Hollerbach gehandelt. Der 48-jährige Franke trainierte bis zum Sommer vergangenen Jahres den Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers. Hollerbach verfügt über das HSV-Gen. Er war von 1996 bis 2004 beinharter Verteidiger bei Hamburg, hat später als Co-Trainer die Felix-Magath-Schule durchlaufen. Im Gespräch sind auch Magath selbst, Ex-Trainer Bruno Labbadia, sogar der bei Ferencvaros Budapest bis 2019 unter Vertrag stehende Thomas Doll.

Ein wild und ziellos zusammengekauftes Kader

Der Neue muss Schwerstarbeit verrichten. In der Mannschaft mit dem Schweizer Vasilije Janjicic war keine Handschrift zu ­erkennen. Gisdol hatte seine Vorstellungen von einer Spielidee, konnte sie bei dem wild und ziellos zusammengekauften Kader aber nie durchsetzen. Jeder der 15 Cheftrainer in den vergangenen 17 Jahren hatte sein System.

Der dienstälteste Bundesliga-Verein, der als einziges Gründungsmitglied noch nie aus der deutschen Eliteliga abgestiegen ist und mit seiner Lebensuhr ­sowie dem Dino-Maskottchen werbewirksame Alleinstellungsmerkmale im Oberhaus besitzt, ist reif für die 2. Liga. Ob ein neuer Trainer diesen Niedergang stoppen kann, ist fraglich. (sda)

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