BUNDESLIGA: Hamburg jubelt, Köln verzweifelt

Köln stürzt mit der 0:2-Niederlage gegen Hertha Berlin der Zweitklassigkeit entgegen. Und Hamburg zeigt Hoffenheim beim 3:0 vor eigenem Publikum die Bundesliga-Grenzen auf.

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Der Hamburger Gideon Jung trifft zum 3:0 gegen Hoffenheim. (Bild: Srdjan Suki/EPA)

Der Hamburger Gideon Jung trifft zum 3:0 gegen Hoffenheim. (Bild: Srdjan Suki/EPA)

Hoffenheim stagniert nicht nur, es verliert in der Liga an Einfluss und Terrain. Bei der empfindlichen Lektion in Hamburg hinterliess Julian Nagelsmanns Team nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit einen weitgehend unzureichenden Eindruck. Von der optimalen Raumaufteilung ist zurzeit nicht mehr viel zu sehen.

Nur ein Sieg resultierte zuletzt in sieben Runden – diese Bilanz passt nicht zur Zielsetzung der Kraichgauer. Hamburg bleibt als 15. in Trennstrichnähe, aber die Tendenz des ewigen Bundesligisten ist besser als auch schon. Auf die Negativserie von vier Heimniederlagen reagierte der Hamburger SV überzeugend: Dem 3:1 gegen den VfB Stuttgart folgte umgehend eine Machtdemonstration gegen den Europa-League-Teilnehmer Hoffenheim. Das kursweisende Tor des Tages markierte Filip Kostic, der Keeper Oliver Baumann mit einem Freistoss aus 30 Metern Entfernung überraschte.

Köln nicht zu retten, kommt Heldt?

Eine Mannschaft, die nach 13 Runden nur zwei torlose Remis als beste Performance vorzuweisen hat, ist kaum mehr zu retten. Kölns Absturz in die Zweitklassigkeit nimmt düstere Formen an. Berlins Captain Vedad Ibisevic schubste Köln mit seiner Tor-Doublette noch ein Stück näher an den Abgrund. In ihrer beklemmenden sportlichen Not wenden sie sich in Müngersdorf bereits der Planung der mittelfristigen Zukunft zu. Horst Heldt, erst seit März 2017 beim Liga-Konkurrenten Hannover beschäftigt, soll so rasch wie möglich als neuer Sportchef eingesetzt werden. Für Vize-Präsident Toni Schumacher ist klar: «Heldt will kommen.» Das Interesse beruht auf Gegenseitigkeit. Heldts Kölner Herkunft spielt eine Rolle, aber eben auch Martin Kinds Haltung. Der Mehrheitsaktionär von Hannover lehnt eine Freigabe bisher ab. Er will ihn sogar zum Geschäftsführer befördern.

Derweil arbeitete die Dortmunder Vereinsführung am Tag nach dem 4:4 im Derby gegen Schalke die Schieflage auf. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke redete Klartext: «Wir müssen ganz schnell zurück in die Erfolgsspur. Die Champions-League-Qualifikation steht über allem.» Coach Peter Bosz nahm Watzke ausdrücklich in die Pflicht. Nach nur einem Sieg in den vergangenen zehn Pflichtspielen darf sich Bosz bis zur Winterpause keine Fehltritte mehr leisten. (sda)