Bundesliga führt Torlinientechnik ein

Die Bundesliga entscheidet sich für den Einsatz der Torlinientechnologie. Die Mehrheit der Clubs aus der obersten deutschen Liga spricht sich für die Einführung aus. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Lancierung im Juli 2015. Die 2. Bundesliga ist nicht betroffen.

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Das bis heute umstrittene «Wembley-Goal» von Geoff Hurst entschied 1966 den WM-Final zwischen England und Deutschland. (Bild: ky/Walter Hesse)

Das bis heute umstrittene «Wembley-Goal» von Geoff Hurst entschied 1966 den WM-Final zwischen England und Deutschland. (Bild: ky/Walter Hesse)

FUSSBALL. Die oberste deutsche Liga hat sich grundsätzlich für den Einsatz der Torlinientechnologie entschieden. An der Mitgliederversammlung der Deutschen Fussball Liga (DFL) sprachen sich 15 von 18 Erstligisten für das Hawk-Eye-System aus.

Den Antrag zur erneuten Abstimmung hatte Bayern München gestellt. In der ersten Abstimmung am 24. März dieses Jahres hatten sich 24 der 36 Profivereine gegen die Satzungsänderung gewehrt. Diesmal wurden die Clubs aus der 2. Bundesliga nicht mehr mit einbezogen, nur die 1.-Liga-Vereine stimmten ab.

Beim gewählten Hawk-Eye-System registrieren sieben auf jedes Tor gerichtete Kameras die Position des Balles zentimetergenau. Einen Torerfolg meldet das System in nur einer Sekunde an den Schiedsrichter. Die Uhr am Handgelenk des Referees vibriert und blinkt, zusätzlich ertönt ein Audiohinweis über das Headset. Möglich ist es zudem, in den Stadien wie beim Tennis eine grafische Präsentation der Szene zu zeigen.

136 000 Euro pro Saison

Zuvor hatte die DFL in einer Ausschreibung unter verschiedenen Anbietern von Torlinientechnik die zu erwartenden Kosten ermittelt. Bei Hawk-Eye entstehen den Clubs Kosten von 8000 Euro pro Spiel – auf eine Saison hochgerechnet 136 000 Euro. Der finanzielle Aufwand war einer der Hauptgründe, warum die Abstimmung im März am Votum der Unterklassigen scheiterte. Ohnehin gab es damals zu viele offene Fragen. In der Zwischenzeit wurden diese geklärt.

Fehlertoleranz unter Fifa-Norm

Das britische Hawk-Eye-System liegt bei einer Fehlermarge von deutlich unter einem Zentimeter, die Fifa würde 1,5 cm erlauben. Zudem stand das System auch in der englischen Premier League schon in über 500 Spielen im Einsatz – ein Hauptgrund für den Zuschlag.

Die Einführung soll – vorerst nur in der 1. Bundesliga – bereits zu Beginn der nächsten Saison erfolgen, wie DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig sagte. (si/sa)