Bündner Kontrollverlust

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Der Finne Jani Lajunen trifft gegen den Davoser Goalie Joren van Pottel­berghe zum 4:3 für Lugano. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Der Finne Jani Lajunen trifft gegen den Davoser Goalie Joren van Pottel­berghe zum 4:3 für Lugano. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

NLA Spektakel, dann Frust ohne Ende und ein Umsturz in doppelter Unterzahl. Der HC Davos gibt die Partie gegen Lugano aus der Hand und verliert daheim 4:5.

Davos bearbeitet die Gegner bereits im November mit einer Intensität, die auf den Schweizer Eisfeldern üblicherweise erst im Playoff an der Tagesordnung ist. Nach einem spektakulären Auftakt mit sechs Treffern näherte sich die ohnehin hohe Betriebstemperatur der aufgekratzten Bündner unmittelbar nach der zweiten Pause dem Siedepunkt. Goalie Gilles Senn und Captain Andres Ambühl handelten sich innerhalb von zehn Sekunden wegen übertriebener Härte zwei Restausschlüsse ein. Der junge Davoser Goalie hatte sich nach einer unübersichtlichen Szene zu einem Fausthieb hinreissen lassen, wenig später schubste Ambühl Luganos Abwehrchef Bobby Sanguinetti gegen die Bande. Während der fünfminütigen doppelten Unterzahl entglitt den Einheimischen das Spiel. Lugano erzwang dank Jani Lajunen und Luca Fazzini innert drei Minuten die Vorentscheidung und gewann schliesslich 5:4.

Kloten ist nach 25 Runden bei 18 Niederlagen angelangt. Der siebtplatzierte EHC Biel hingegen erreichte beim 3:2 auswärts gegen den Tabellenletzten im zweiten Spiel unter Interims-Coach Martin Steinegger den zweiten Sieg. Kevin Schläpfer hat mit seinem ehrenwerten Optimismus bislang wenig erreicht. In den neun Partien seit seinem Comeback auf höchster Ebene resultierten sechs Niederlagen.

Bern verliert Derby nach 3:0-Vorsprung

Der SC Bern führte gegen Langnau bis zur 31. Minute mit 3:0 und schien gut unterwegs Richtung zehnter Heimsieg in Folge. Dann lief dem Meister die Partie aus dem Ruder. Die Emmentaler ­feierten einen überraschenden 5:3-Derbysieg. Einer Sensation entsprach Langnaus unerwarteter Auswärtssieg aber nicht. Die Berner tendieren dazu, den kleinen Kantonsrivalen aus dem Emmental gelegentlich und regelmässig zu unterschätzen. In den vergangenen fünf Jahren gewannen die Berner gegen die Langnauer nur 6 von 14 Derbys. Die Emmentaler feierten den ersten Sieg in Bern seit zwei Jahren und einem ebenfalls spektakulären 6:5 nach Penaltyschiessen.

Bern verlor erst zum zweiten Mal in dieser Saison ein Heimspiel. Schon beim 4:5 nach Penaltyschiessen gegen Lugano am 16. September hatten die Berner eine Dreitoreführung verspielt. Und Langnau siegte erstmals nach einem Dreitorerückstand. Zuvor hatten die Emmentaler gegen die ZSC Lions und gegen Lausanne zweimal nach 3:0-Führungen noch verloren.

Lausanne spielte in Freiburg äusserst effizient und setzte sich 4:0 durch. Dabei hatte Fribourg die Partie während der ersten 25 Spielminuten dominiert. Der talentierte Andrej Bykow stand dem Torerfolg nach 24 Minuten besonders nahe. Erst die Videokonsultation ergab, dass die Scheibe die Torlinie nicht überquert hatte.

Fribourg kassierte nach dem 2:7 gegen Bern die zweite deutliche Heimniederlage nacheinander. Lausanne hingegen stellte unter Beweis, dass die Mannschaft derzeit unter Wert unter dem Strich klassiert ist. (sda)