Bubba Watsons harte Arbeit

Der Amerikaner Bubba Watson, dessen Schwungtechnik in keinem Lehrbuch zu finden ist, gewinnt mit dem US Masters in Augusta zum zweitenmal nach 2012 das wichtigste Golfturnier.

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Drei Schläge Vorsprung auf die Gegner erarbeitete sich Bubba Watson am US Masters in Augusta, Georgia. (Bild: ap/Chris Carlson)

Drei Schläge Vorsprung auf die Gegner erarbeitete sich Bubba Watson am US Masters in Augusta, Georgia. (Bild: ap/Chris Carlson)

GOLF. Die Bilder von 2012 und 2014 glichen sich. Bubba Watson hatte am US Masters in Augusta soeben seinen Sieges-Putt versenkt, als er ruhig stehenblieb. Er machte keine Jubelgesten, Freudengeschrei war keines zu vernehmen. Er umarmte seinen Caddie, schritt an den Rand des 18. Greens und nahm seine Ehefrau Angie in die Arme. Erst jetzt war etwas zu hören, ein Weinen. Watson begann vor Glück zu schluchzen. So sehr sich die Bilder glichen, so sehr machte der 35jährige Bubba Watson einen Unterschied zwischen seinen beiden bedeutendsten Siegen aus: «Für mich ist es eine riesige Differenz», sagte er. «Vor zwei Jahren ist mir der Sieg irgendwie zugefallen. Dieser Sieg hier ist einfach das Produkt von harter Arbeit und Hingabe.»

Deutlichster Sieg seit 1997

Auch auf dem Platz waren die Triumphe unterschiedlich. Vor zwei Jahren hatte sich Watson in einem dramatischen Stechen gegen den Südafrikaner Louis Oosthuizen durchsetzen müssen, diesmal dominierte er die Gegner. Die drei Schläge bedeuten den deutlichsten Vorsprung seit dem ersten Sieg von Tiger Woods, der 1997 dem Zweiten zwölf Schläge abnahm.

Nur der Amerikaner Jordan Spieth, der mit 20 Jahren und acht Monaten der jüngste Masters-Champion der Geschichte hätte werden können, vermochte auf der ersten Platzhälfte mit Watson mitzuhalten. Der mit vier Birdies und nur einem Bogey stark gestartete Texaner Spieth lag nach sieben Löchern sogar zwei Schläge voraus. Auf den Löchern acht und neun wendete sich alles. Watson schaffte zwei Birdies, während Spieth in der letzten Zweiergruppe zwei Bogeys hinnehmen musste.

Von dort weg dominierte nur noch der linkshändig spielende Longhitter Watson. Er zeigte in der Schlussphase nicht die geringste Nervenschwäche und bekam seine langen Abschläge so gut unter Kontrolle, dass er nie in Gefahr geriet, durch Fehler entscheidend zurückzufallen. Diese Präzision ist atypisch für Watson, dessen unkonventioneller Schwung – seine Technik bezeichnet man schlicht als «Bubba Golf» – gemeinhin als fehleranfällig angesehen wird.

Jimenez überraschend Vierter

Der Schlag des Turniers glückte Watson am leicht abwärts verlaufenden 13. Loch, dem vorletzten Par fünf. Er schlug den Ball mit dem Driver 370 Meter weit und musste für den zweiten Schlag nur noch zu einem kurzen Eisen greifen. Mühelos erspielte er sich das Birdie, das ihm für die letzten Löcher noch mehr Sicherheit gab.

Spieth teilte sich den zweiten Rang mit dem 30jährigen Schweden Jonas Blixt, einer der Überraschungen des Turniers. Die noch grössere Überraschung war die Darbietung des 50jährigen Miguel Angel Jimenez. Der Spanier aus Malaga, der seit 1989 jedes European Masters in Crans-Montana bestritten und es vor vier Jahren gewonnen hatte, wurde mit nur vier Schlägen Rückstand auf Watson alleiniger Vierter.

Die Experten sind sich einig, dass die Zeit des rasanten Aufsteigers Spieth noch kommen wird. Der hochtalentierte Nachwuchsgolfer möchte so rasch wie möglich einen Grand-Slam-Event gewinnen und war nach der «Niederlage» enttäuscht. «Wir hatten viel Spass da draussen auf dem Platz. Aber im Augenblick tut es mir richtig weh, nur Zweiter geworden zu sein», sagte Spieth. (si)

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