Brühls Captain Laura Schmitt tritt zurück und sagt: «Ich freue mich auf freie Wochenenden»

Die Linkshänderin beendet 34-jährig ihre Handballkarriere. Die Deutsche erlebte in St.Gallen ihren grössten Erfolg.

Ives Bruggmann
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Laura Schmitt führte den LC Brühl als Captain zum Meistertitel.

Laura Schmitt führte den LC Brühl als Captain zum Meistertitel.

Michel Canonica

Das Ende hätte sich Brühls Laura Schmitt sicherlich anders vorgestellt: im Optimalfall mit dem erneuten Titelgewinn, zumindest aber im Play-off der Handball-NLA der Frauen. Doch bekanntlich legte die Coronavirus-Pandemie die Sportwelt lahm und beendete damit auch die Handballsaison. Es war gleichzeitig das ungewöhnliche Schlusskapitel einer langen Karriere der deutschen Linkshänderin Schmitt. «Das Ende war zwar abrupt, aber dennoch fühlt sich der Entscheid richtig an. Ich habe bis zuletzt mit Freude gespielt», sagt die 34-jährige ehemalige Bundesligaspielerin. Die Zeit sei gekommen, nicht mehr alles dem Handball unterzuordnen. Das habe sie zwei Jahrzehnte lang gemacht. «Ich freue mich auf freie Wochenenden und mehr Unabhängigkeit.»

Schmitt arbeitet derzeit als Sportlehrerin in Flawil und St.Gallen und wohnt mit ihrem Partner Philipp Seitle, der in Stäfa das NLB-Handballteam der Männer trainiert, in Pfäffikon. Vorerst wird sie also nicht nach Deutschland zurückkehren.

Final fünf Monate nach dem Kreuzbandriss

Schmitt ist während der Saison 2017/18 zum LC Brühl gestossen. Der Meistertitel in der vergangenen Saison war der absolute Höhepunkt – mit einer beschwerlichen Vorgeschichte. Fünf Monate vor dem Play-off-Final hatte sich Schmitt das Kreuzband gerissen. Das Karriereende war nahe. Doch Brühls Captain kämpfte sich zurück und lieferte im entscheidenden Spiel um den Titel ihre beste Leistung im St.Galler Trikot ab. Sie erzielte zehn Treffer aus elf Versuchen. «Es lief ab wie im Spielfilm», sagt Schmitt. Sie sei noch nie so fokussiert und gut vorbereitet in eine Partie gegangen, wie an diesem Abend. «Der Meistertitel war etwas ganz Besonderes.» Dem LC Brühl bleibt Laura Schmitt erhalten. Sie will künftig Teammanagerin Laura Freivogel unterstützen. «Es war mir eine Ehre für einen so toll geführten Verein zu spielen.»

In ihre Fussstapfen soll die 17-jährige Malin Altherr treten. Ihrer designierten Nachfolgerin traut Schmitt viel zu: «Sie ist ein Ausnahmetalent.»