Brühl will die Chance packen

Heute um 16.30 Uhr bestreitet der SC Brühl sein wichtigstes Spiel des Jahres. Zu Hause trifft der St. Galler Club aus der 1. Liga Promotion im Achtelfinal des Schweizer Cups auf Lausanne aus der Super League. Eine Überraschung ist möglich.

Daniel Good
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Harald Unverdorben während des Trainings im Vorfeld des wichtigen Cupspiels des SC Brühl gegen Lausanne. In Österreich stand der Stürmer schon zweimal im Cup-Viertelfinal. (Bild: Urs Jaudas)

Harald Unverdorben während des Trainings im Vorfeld des wichtigen Cupspiels des SC Brühl gegen Lausanne. In Österreich stand der Stürmer schon zweimal im Cup-Viertelfinal. (Bild: Urs Jaudas)

FUSSBALL. Favorit im Cup-Achtelfinal im St. Galler Paul-Grüninger-Stadion ist zwar Lausanne-Sport, aber die Ausgangslage ist günstig für Brühl. Das in der höchsten Liga spielende Lausanne steckt in einer Baisse, hat erst vier Punkte und ist Tabellenletzter. Auch Brühl blieb in den vergangenen vier Partien ohne Sieg, kann aber ohne Druck antreten und hat heute ab 16.30 Uhr Heimvorteil. Schon vor knapp einem Jahr gastierte Lausanne-Sport im Cup-Achtelfinal im Stadion des SC Brühl und siegte nach einer umstrittenen Partie 3:1. Das dritte Tor fiel erst in der Nachspielzeit.

Zwei Welten

Brühl hat mit Winterthur und Schaffhausen bereits zwei Clubs aus der Challenge League ausgebootet, mit dem neunfachen Cupsieger Lausanne wartet aber ein nominell weitaus stärkerer Gegner auf die St. Galler. Der Transferwert des Kaders beträgt knapp zwölf Millionen Franken, jener des Ostschweizer Clubs gut 250 000 Franken. Der beste Spieler Lausannes ist der kamerunische Verteidiger Yaya Banana, der talentierteste der 19jährige Salim Khelifi. Der Mittelfeldspieler der Schweizer U21-Auswahl überzeugte trotz der 0:3-Heimniederlage Lausannes auch am vergangenen Sonntag gegen den FC St. Gallen. Der Star der Lausanner ist der neue Trainer Marco Simone, der als Spieler 1990 und 1994 mit der AC Milan die Champions League gewann.

«Wir erwarten nichts. Aber wir rechnen uns Chancen aus», sagt Brühls österreichischer Stürmer Harald Unverdorben vor der Partie des Jahres. «Uns liegen Mannschaften, die das Spiel machen müssen.» Unverdorben stand mit Altach und Linz zweimal im Viertelfinal des österreichischen Cups. Er steht mit einer ansehnlichen Torquote zu Buche. In 13 Partien des ÖFB-Cups erzielte der 32-Jährige sechs Treffer. In der Schweiz kam der Oberösterreicher allerdings nicht wie gewünscht in Schwung. «Was ich bis jetzt zeigte, ist eindeutig zu wenig. Aber meine Formkurve steigt», sagt der in Hohenems wohnende Unverdorben, der erst gegen Etoile Carouge traf.

Grosser Erinnerungswert

Brühls Trainer Erik Regtop legt seit Dienstag den Fokus auf die Partie gegen Lausanne. «Er hat uns Möglichkeiten aufgezeigt, damit wir es packen können», sagt Unverdorben. Auch Regtop ist zuversichtlich: «Die Lausanner werden sich daran erinnern, wie schwierig es für sie vor einem Jahr war.» Brühl kann als erster Club aus der 1. Liga Promotion und zum ersten Mal seit der Saison 1965/66 den Sprung in die Viertelfinals schaffen. Mitte der 60er-Jahre scheiterte Brühl in der Runde der letzten acht mit 2:3 an Cantonal Neuchâtel.

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