Brühl schenkt Xamax den Sieg

Der SC Brühl geht in der ersten Cup-Hauptrunde gegen Neuchâtel Xamax in Führung, hält auch danach gut mit – und verliert dennoch mit 1:5. Es sind Verteidigungsfehler, die dem St. Galler Promotion-League-Team das Genick brechen.

Henri Seitter
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Brühls Antonio Mihaylov (Mitte) und Sead Jakupovic (rechts) bedrängen einen Xamax-Spieler. (Bild: Benjamin Manser)

Brühls Antonio Mihaylov (Mitte) und Sead Jakupovic (rechts) bedrängen einen Xamax-Spieler. (Bild: Benjamin Manser)

FUSSBALL. Xamax Neuenburg ist ein alter Bekannter im Paul-Grüninger-Stadion. In der vergangenen Saison spielten die Romands wie die Brühler in der Promotion League. Gestern kamen sie im Spiel der ersten Cup-Hauptrunde als Aufsteiger und damit als Favorit zurück nach St. Gallen. Und wie zuletzt gewann Xamax auch das gestrige Spiel diskussionslos. Dies, obwohl es für die Brühler eigentlich kaum hätte besser beginnen können.

Bereits der erste Angriff des Unterklassigen in der vierten Minute führte zum 1:0. Alessandro Riedle setzte am linken Flügel Egzon Shabani steil ein, und dieser flankte zur Mitte genau auf den Kopf von Samel Sabanovic, der nur noch einzunicken brauchte.

Doppelpack bringt die Wende

Doch die Freude währte nur kurz. Bereits in der zehnten Minute bekamen die Gäste an der Strafraumgrenze einen strengen Freistoss zugesprochen, den Marco Delley, der beste Gästespieler, herrlich verwertete. Spielerisch konnten die Brühler lange Zeit durchaus mithalten und hatten auch ihre Torchancen. Doch in der gesamten Verteidigung machten sich deutliche Mängel bemerkbar; der noch nicht spielberechtigte Südamerikaner Atila fehlte an allen Ecken und Enden. Bereits in der 16. Minute erzielte der völlig unbewachte Valerian Boillat das 1:2 für die Gäste. Nochmals rissen die Brühler die Initiative an sich und suchten den verdienten und möglichen Ausgleich. Doch Nguyen und Huber scheiterten beide in aussichtsreicher Position. Besser machten es die Gäste kurz vor dem Halbzeitpfiff. Pietro Di Nardo profitierte von einer unnötigen Tändelei der Brühler Verteidiger und erzielte das vorentscheidende 1:3.

Brühl zu wenig effizient

Auch in der zweiten Halbzeit besserte sich das sorglose Abwehrverhalten der Brühler kaum. Nachdem die Situation bereits mehrfach geklärt schien, kam Mael Erard aufgrund der unbeholfenen Abwehr aus spitzem Winkel an den Ball und traf. In der 69. Minute fiel gar das 1:5 durch den 17jährigen Aussenverteidiger Zesiger, dessen Flanke sich ins Tor senkte. Die spielerisch kaum unterlegenen Brühler wurden damit für ihr desolates Abwehrverhalten von den effizienten Gästen hart bestraft. In einem feldmässig ausgeglichenen Spiel erwiesen sich die Westschweizer als kaltblütigere Realisatoren. Das 8:4 Eckenverhältnis zugunsten der Kronen erstaunt in Anbetracht der 1:5- Kanterniederlage, sagt aber einiges über die Effizienz der beiden Mannschaften aus.