Brühl im Ausland schätzen gelernt

Mit dem Heimspiel gegen Uster startet der LC Brühl morgen um 20 Uhr in die neue NLA-Saison. Mit dabei ist auch Nationalspielerin Annick Bosshart, die nach vier Jahren in Deutschland zu ihrem Stammverein zurückgekehrt ist.

Rabea Huber
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Annick Bosshart ist die Allrounderin im Team der Brühlerinnen. (Bild: SHV/Wagner)

Annick Bosshart ist die Allrounderin im Team der Brühlerinnen. (Bild: SHV/Wagner)

Handball. Der LC Brühl ist ein Verein, in dem Ordnung herrscht. Während ihren vier Jahren in Deutschland lernte Annick Bosshart dies zu schätzen. Denn dort war bei ihren Clubs Weibern und Ketsch längst nicht alles so klar geregelt. «Einen Trainingsplan gab es beispielsweise keinen», sagt die Nationalspielerin. «Und die Übungseinheiten fingen meist mit fünf Minuten Verspätung an.» Etwas, das es bei Brühls Trainerin Vroni Keller nicht gibt. Deshalb stand für Bosshart auch fest, dass bei einer Rückkehr in die Schweiz nur ihr Stammclub in Frage kommen würde. Und mit dem Abschluss ihres Bachelor-Studiums in Kommunikation war es für die 23-Jährige Zeit für etwas Neues.

Als Abenteuer will die Gossauerin die Zeit in Deutschland, während der sie in der 1. und 2. Bundesliga spielte, aber nicht bezeichnen. «Handballerisch war es eine gute Ausbildung. Ich habe mich in der Technik weiterentwickelt und bin abgeklärter geworden», sagt Bosshart. Die vier Jahre hätten sie auch neben dem Feld sehr geprägt: «Ich war auf mich alleine gestellt und musste lernen, mich durchzuschlagen. Es war eine sehr intensive, aber auch lehrreiche Zeit.»

Keine feste Rolle im Team

Die Rückkehr habe den Vorteil, dass Bosshart keine lange Angewöhnungszeit brauchte, sagt Trainerin Keller. Mit vielen im Team hat sie schon vor ihrem Weggang zusammengespielt und ist mit ihnen auch in Kontakt geblieben. Andere Spielerinnen, die neu hinzukamen, kennt Bosshart aus dem Nationalteam. «Deshalb habe ich mich auch speziell gefreut, zurückzukommen.» In Brühls Umfeld fühlte sie sich sofort wieder heimisch. Auf dem Feld habe es hingegen etwas länger gedauert, weil sie fast drei Monate kein Handball gespielt hatte. «Mittlerweile bin ich aber wieder angekommen», sagt sie.

Im Team hat Bosshart keinen festen Platz – und das ist der Vorteil. «Sie ist eine Allrounderin, die auf fast allen Positionen eingesetzt werden kann. Das gibt dem Kader Breite», sagt Trainerin Keller. Während der Abwesenheit von Anne Hurmerinta, die einen Kreuzbandriss erlitt, wird Bosshart vor allem am Flügel spielen. Noch lieber kommt sie im mittleren Rückraum zum Einsatz. «Für mich ist die Rolle als Allrounderin eine Herausforderung. Denn sie fordert, dass ich flexibel bleibe.»

Rückkehr mit demselben Ziel

Neu im Team ist auch Vanessa Beier. Die Deutsche bildet mit Stephanie Engeler das Goalie-Duo. «Mit ihnen haben wir zwei gute Optionen», sagt Sara Hämmerli, die neu für die Torhüterinnen zuständig ist. «Ziel ist es, Engeler zusätzliche Stabilität zu geben. Beier ist sich diese Rolle aus ihrer Zeit bei Allensbach eher gewohnt.» Mit den zwei Neuzuzügen sind die Abgänge von Manuela Brütsch und Bernadette Amstutz gut kompensiert. Das Ziel der Brühlerinnen ist mit dem Erreichen des Doubles unmissverständlich. «Ich habe St. Gallen vor vier Jahren als Schweizer Meisterin verlassen und möchte den Titel auch nach meiner Rückkehr wieder gewinnen», sagt Bosshart.

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