Brüder mit den gleichen Ambitionen

An der heute beginnenden OL-WM in Schweden zählen die Eschliker Brüder Daniel und Martin Hubmann zu den Leistungsträgern im Schweizer Team. Daniel Hubmann erwartet einen härteren Kampf um die Medaillen als im vergangenen Jahr.

Jörg Greb
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Ambitionierte Brüder: Martin (links) und Daniel Hubmann. (Bild: Michel Canonica)

Ambitionierte Brüder: Martin (links) und Daniel Hubmann. (Bild: Michel Canonica)

ORIENTIERUNGSLAUF. Nicht weniger als vier Medaillen gewannen die OL-Weltklasse-Brüder Daniel und Martin Hubmann im vergangenen Jahr an der WM im schottischen Inverness: zweimal Gold und einmal Silber der ältere Daniel, einmal Silber Martin. Vor den Titelkämpfen im schwedischen Strömstad sind die Ambitionen erneut hoch, die Voraussetzungen allerdings etwas anders. «In Schottland war es eine WM auf neutralem Boden», sagt Daniel Hubmann. Damit spricht er das Gelände an, das damals für alle mehr oder weniger unbekannt war. In Schweden erwartet er nun einen «härteren Kampf um die Medaillen». Er begründet dies mit dem Heimvorteil der Skandinavier. Ebenso sagt er, dass «viele Topleute anderer Nationen nach Schweden zogen und somit das Gelände im Griff haben».

Zwei Wochen in der WM-Region

Zu diesem Kreis zählt sich auch der 33-Jährige. Im Juli weilte er zwei Wochen in der WM-Region, wo er an der Feinabstimmung gearbeitet hat. «Ich sollte mir Gefühl und Wissen angeeignet haben, um schnell von Posten zu Posten zu kommen», so Daniel Hubmann. In gewohnter Manier hat er sich die physische Topverfassung angeeignet. «Im Training lief es planmässig, und im Vergleich mit den anderen Schweizern hat sich gezeigt, dass ich optimistisch in diese WM-Tage steigen darf.» Eine besondere Erinnerung nimmt er mit: «Vor zwölf Jahren gab ich in Schweden mein WM-Début.» Damals wurde er Neunter im Sprint und ebenso mit der Staffel.

Martin, der sechs Jahre jüngere Bruder, tritt ausschliesslich in den Sprint-Disziplinen an – sowohl im Einzel als auch im Team-Sprint. In beiden zählt er zu den Medaillenanwärtern. «Im Gegensatz zu Dani konnte ich meine Vorbereitung auf diese Sparte konzentrieren», streicht Martin einen Unterschied hervor. Allein in den vergangenen 40 Tagen 20 OL-Sprints. «Es gelang mir, die technischen Abläufe zu perfektionieren, und diese sind gerade in unserer Disziplin enorm wichtig.»

Unfall im Unterengadin

Nachdem für Martin Hubmann der Orientierungslauf bis im Juni wegen des Studienabschlusses in den Hintergrund gerückt war, widmete er sich dem Sport in den vergangenen sechs Wochen professionell. Allerdings wurde er gebremst. Bei einer Kollision mit einem Auto während eines Trainings im Unterengadin kam er mit einer Prellung am rechten Wadenknochen davon. In der Folge musste er mit einer Woche Trainingspause und während Tagen mit Schmerzen klarkommen. «Bis zur WM sollte diese Verletzung aber keine Rolle mehr spielen», sagt er.