Brisanter Direktvergleich zweier Nachbarn

Fortitudos Auftaktniederlage gegen Pfadi Winterthur war nur die Ouverture. Heute um 19.30 Uhr wird die neue Saison der Gossauer erst so richtig lanciert – mit dem Heimspiel in der Buechenwaldhalle gegen St. Otmar. Das Derby steht in diesem Jahr nach personellen Wechseln unter besonderen Vorzeichen.

Fritz Bischoff
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Hartumkämpfte Derbies: Zuletzt hatte St. Otmar die Nase vorn. (Bild: Michel Canonica)

Hartumkämpfte Derbies: Zuletzt hatte St. Otmar die Nase vorn. (Bild: Michel Canonica)

HANDBALL. Sowohl bei Fortitudo Gossau wie auch bei St. Otmar haben sich vor der Saison 2015/16 personelle Wechsel ergeben, die Brisanz mit sich bringen. Bei der sportlichen Leitung beider Clubs sind neue Führungskräfte am Werk. In Gossau ist dies Jan Keller, der während 25 Jahren bei St. Otmar als Spieler aktiv war, und bei St. Otmar hat als Teammanager und Assistenztrainer Urs Schärer einen neuen Job gefunden – einer mit Vergangenheit bei Fortitudo. «Die heutige Partie gegen Gossau ist für mich besonders speziell, weil ich mit diesem Club, und zusammen mit dem aktuellen St. Otmar-Trainer Predrag Borkovic, 2008 in die Nationalliga A aufgestiegen bin», sagt der 45jährige Schärer. «Gewissermassen bin ich mitschuldig, dass Fortitudo in der höchsten Liga spielt.»

Noch nie abgestiegen

Seinem ehemaligen Verein zollt Schärer Respekt für die Arbeit in den vergangenen Jahren. «Dass das Team nie abgestiegen ist, kommt der Tat eines Überlebenskünstlers gleich und verdient höchste Anerkennung», sagt St. Otmars sportlicher Leiter. «Es ist für mich faszinierend, wie die Verantwortlichen mit minimalen Mitteln ein Optimum herausholen.» Die grossen Unterschiede zwischen den beiden NLA-Clubs sind auch dem Neo-Gossauer Jan Keller nicht verborgen geblieben. «Die einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass wir in der gleichen Liga die gleiche Sportart betreiben», sagt er und denkt dabei vor allem an die finanziellen Möglichkeiten. Die Stadtsanktgaller verfügen über ein Budget von 1,4 Millionen Franken, wogegen die Gossauer mit 350 000 Franken auskommen müssen. Dementsprechend sind auch die Ziele und Sorgen der beiden Teams sehr unterschiedlich. «Ich träume davon, bei Gossau auch nur über die Hälfte des Budgets von St. Otmar verfügen zu können. Dem ist nicht so, also müssen wir unsere Leistung über das Miteinander erbringen», so Keller.

Keine Sperre für Szymanski

Eine Vergangenheit beim heutigen Gegner haben auch die Trainer. Gossaus Rolf Erdin sieht das Derby vor allem als eine mentale Kopfsache. «Wir müssen bereit sein und die positiven Aspekte der Partie gegen Pfadi Winterthur mitnehmen», sagt er. St. Otmars Trainer Borkovic nimmt vor allem eine positive Erkenntnis aus dem Unentschieden zum Auftakt gegen Wacker Thun mit: «Für uns ist wichtig, dass die rote Karte gegen unseren Regisseur Jakub Szymanski keine Sperre zur Folge hat.» So bleibt St. Otmar heute Favorit.