BREAK: Abgebrühte Zürcher

Die ZSC Lions starten in Lugano perfekt zum Playoff-Final. 1:0 besiegen die weitgehend souveränen Stadtzürcher den ideenlosen Herausforderer.

Sven Schoch (sda)
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Mike Künzle erzielt gegen Luganos Goalie Elvis Merzlikins (verdeckt) den entscheidenden Treffer. (Bild: Alessandro Crinari/KEY)

Mike Künzle erzielt gegen Luganos Goalie Elvis Merzlikins (verdeckt) den entscheidenden Treffer. (Bild: Alessandro Crinari/KEY)

Sven Schoch (SDA)

Mike Künzle avanciert immer mehr zu einer Schlüsselfigur in der Zürcher Playoff-Mission. Sein unwiderstehliches Nachsetzen in der 35. Minute zahlte sich aus. Ihren minimalen, aber verdienten Vorteil liessen sich die ZSC Lions nicht mehr entreissen. Zu stilsicher, zu abgebrüht und clever verhielten sich die Zürcher auf dem Weg zum ersten Break der Finalserie.

Der bullige ZSC-Matchwinner Künzle ist kein Mann für die Galerie, er ist in der Regel für den rustikalen Teil zuständig. Mit seinem dritten Tor im dritten Spiel in Folge demonstrierte der künftige Bieler indes, dass er in seiner gegenwärtigen Verfassung der vierten Lions-Linie ein Gewicht verleiht, das im Finish um den ­Titelgewinn entscheidend sein könnte. Schon bei erster Gele­genheit setzte Hans Kossmanns Equipe, die der Reihe nach die Nummern zwei und eins der Qualifikation eliminiert hatte, einen Akzent – gegen einen Kontrahenten, der vor eigenem Anhang meistens fünf, zehn Extra­prozente zu bieten hat. Der erste ­Auswärtssieg ohne Gegentor im 32. Anlauf ist mit Blick auf die Fortsetzung des Vergleichs womöglich Gold wert für den ZSC.

ZSC lässt Lugano auflaufen

Mit reichlich Emotionen war zu rechnen gewesen, mit einer intensiven Angelegenheit ohnehin – vor einer Curva Nord, die wie nur wenige andere Stehrampen im Chorus eine Energie erzeugen kann, die nicht nur hörbar ist, sondern eben auch spürbar. Die ZSC Lions beschränkten sich im Startdrittel darauf, die aufgeputschten Luganesi auf dem Eis abzufangen und auf dem Hauptschauplatz keine zusätzliche Hektik aufkommen zu lassen. «Ready – bereit» seien sie gewesen, sagte der Zürcher Roman Wick zu den ersten 20 Minuten seines Teams. Der Druck Luganos korrespondierte angesichts der ansprechenden Defensivleistung der Lions nicht mit der allgemeinen Phonstärke im ausverkauften Stadion. Allzu oft stand ZSC Goalie Lukas Flüeler nicht im Zentrum des Geschehens.

Inti Pestoni für Mathias Seger

Und nach einem Drittel streiften die Gäste aus der Deutschschweiz die taktisch bedingte Zurückhaltung ab. Immer wieder drängten sie die Tessiner zurück und provozierten in der gegnerischen Zone fortlaufend unübersichtliche Szenen. In jenen Phasen war erkennbar, weshalb im Halbfinal auch der zuletzt während zweier Saisons dominierende SC Bern kein Mittel gefunden hatte. Derweil Greg Ireland relativ früh gezwungen war, seine Schlüsselakteure zu forcieren, coachte Kossmann die gesamte ZSC-Breite aus. Sogar Inti Pes­toni, nach vierwöchiger Pause ­anstelle von Verteidiger Mathias Seger nominiert, erhielt teilweise im Powerplay Auslauf.