BOXEN: Der Kämpfer aus dem Thurgau

Zino Meuli aus Horn bestreitet am Samstag im St. Galler Athletik-Zentrum einen Profikampf. Der mehrfache Schweizer Meister im Weltergewicht hat in seiner Karriere noch Grosses vor.

Pascal Koster
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Der Thurgauer Zino Meuli (rechts) ist als Profikämpfer noch unbesiegt. (Bild: Michel Canonica)

Der Thurgauer Zino Meuli (rechts) ist als Profikämpfer noch unbesiegt. (Bild: Michel Canonica)

Pascal Koster

sport@thurgauerzeitung.ch

Etwas mehr als zwei Wochen ist es her, seit Zino Meuli zuletzt in den Ring stieg. Nun steht bereits der nächste Profikampf an. Eine unübliche Gegebenheit im Profiboxen. Im Normalfall bestreitet man über ein ganzes Jahr hinweg nur etwa drei bis vier Kämpfe. Wer kaum einsteckt, braucht aber auch keine lange Regeneration. Und der 25-Jährige gehört zu ­dieser Sorte Boxer. Seine sechs Profikämpfe hat er allesamt gewonnen. Dabei soll es am vom Boxclub Sport Ring St. Gallen organisierten Meeting bleiben. Ihm gegenüber wird der 33-jährige Serbe Mladen Zivkov stehen.

In den vergangenen Wochen konnte Meuli sehr ausgiebig trainieren. Das tägliche harte Training sei für ihn nie ein Problem gewesen. Das liegt auch daran, dass Meuli sehr gut auf seinen Körper hört. Wenn er merke, dass sein Körper übersäuert sei, dann gehe er früh ins Bett, so der Thurgauer. Einmal ein Training auszulassen, kann er sich jedoch nur schwer vorstellen. «Das Training ist für mich der Ausgleich zum Beruf», sagt Meuli. Immer vor dem inneren Auge hat er dabei das Bild des ebenfalls trainierenden Gegners, was ihn zusätzlich anstachelt und ihn dazu animiert, noch eine Einheit anzuhängen. Ausserdem geben ihm die Trainingseinheiten Selbstvertrauen für den Kampf. «Ich denke dann, ich könnte gegen den Weltmeister gewinnen», meint er. So weit ist Meuli indes noch nicht. Momentan ist er an 356. Stelle der Weltrangliste im Weltergewicht. Er und sein Trainer René Engler haben allerdings noch viel vor. Nächstes Jahr soll Meuli einen kleineren Titelkampf gewinnen, um damit attraktiver für die Veranstalter zu werden. In etwa drei Jahren will er einen EM-Kampf bestreiten. Dann, so der Plan, wird er bei seinem Leistungsmaximum sein. Meuli ist sich sicher: «Ich habe meinen Zenit noch nicht erreicht.» Bevor dies der Fall ist, wird er jegliche Angebote für einen grösseren Titelkampf ablehnen. Die nächsten Jahre werden darum viel Geduld und Disziplin erfordern. Auch weil Meuli parallel zu Beruf und Boxen noch Schüler ist.

Sich alle Türen offen halten

Momentan besucht Meuli das KBZ St. Gallen und macht dort die höhere Fachschule für Betriebswirtschaft, die er in zweieinhalb Jahren abschliessen wird. Gleichzeitig arbeitet er zu 80 Prozent als Kommunikationsbeauftragter für die Fachhochschule St. Gallen. Trotz des enormen Pensums war für Meuli immer schon klar, dass er zweispurig fahren will. Die Schule verunmöglicht es ihm zwar, uneingeschränkt Trainings zu absolvieren, jedoch will er sich für die Zukunft alle Türen offen halten. Im September wird sich Meuli vermehrt auf die Schule fokussieren, weil dann die Prüfungen anstehen. Im Oktober soll dann das Boxen wieder Priorität haben. Für November ist bereits ein nächster Kampf angesetzt. Dass Meuli während der Weiterbildung überhaupt Zeit zum Boxen hat, verdankt er den in seinem Betrieb vorherrschenden gleitenden Arbeitszeiten. Sie erlauben ihm eine eigene Strukturierung des Tages. Ein Beruf ohne Gleitzeiten wäre für Meuli daher nie in Frage gekommen. Unerwartete Überstunden würden das regelmässige Training gefährden und ihn am Bild des trainierenden Gegners verzweifeln lassen.

Box-Meeting

Samstag, 17.30 Uhr, im Athletik-Zentrum in St. Gallen