Schwingen
Die Nordostschweizer Bilanz: Michael Bless meldet sich zurück, Werner Schlegel auf dem Vormarsch

Wer den Kilchberger Schwinget gewinnt, dessen Bilanz fällt positiv aus. Hinter den beiden Festsiegern Samuel Giger und Damian Ott gab es aus Nordostschweizer Sicht Licht und Schatten– ein Überblick.

Ives Bruggmann
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Michael Bless (links) im Kampf gegen Kilian von Weissenfluh.

Michael Bless (links) im Kampf gegen Kilian von Weissenfluh.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

Der 35-jährige Appenzeller Michael Bless schwang in Kilchberg, als ob er nie weg gewesen wäre. Der Mann aus Gais hatte fast die komplette Saison aufgrund hartnäckiger Adduktorenprobleme verpasst. Bless liess sich aber nichts anmerken, im Gegenteil, er wirkte frisch, bissig und siegeshungrig. Nach dem Unentschieden zum Auftakt schwang sich der Appenzeller mit Siegen gegen Ruedi Roschi und Remo Käser in der Rangliste empor. Erst Schwingerkönig Kilian Wenger verhinderte die bis dahin noch in Reichweite liegende Schlussgangqualifikation.

Kein Start nach Mass: Domenic Schneider verliert gegen Fabian Staudenmann.

Kein Start nach Mass: Domenic Schneider verliert gegen Fabian Staudenmann.

Bild: Michael Buholzer / KEYSTONE

Bless steckte nicht auf und verdiente sich in den beiden letzten Gängen gegen die Hochkaräter Adrian Walther und Nick Alpiger zweimal die Maximalnote zehn. Zurecht liess sich das Mitglied des Schwingklubs Gais vom Ostschweizer Publikum feiern – am Ende resultierte Rang drei. Und damit die Gewissheit, noch immer zur nationalen Spitze zu zählen. Dorthin gehört auch der Thurgauer Domenic Schneider, in diesem Jahr mit zehn Kranzgewinnen die Konstanz in Person. Doch am Saisonhöhepunkt passte beim Offensivschwinger für einmal wenig zusammen. Von den ersten vier Gängen verlor er deren drei. Sein Notenblatt hübschte er zwar bis am Abend mit zwei Siegen noch auf, zu mehr als Rang sieben reichte es aber nicht mehr.

Samir Leuppi musste einen Fehlentscheid hinnehmen.

Samir Leuppi musste einen Fehlentscheid hinnehmen.

Bild: Michael Buholzer / KEYSTONE

Roger Rychen und Samir Leuppi hatten vor dem fünften Gang noch mit dem Schlussgang geliebäugelt. Aber sowohl der Glarner als auch der Zürcher verpassten die einmalige Gelegenheit und verloren. Der Winterthurer Hüne Leuppi musste dabei einen Fehlentscheid des Kampfrichters verkraften. Statt Schlussgang hiess es für ihn am Ende: Rang sieben.

Werner Schlegel (rechts) im Kampf gegen Remo Käser.

Werner Schlegel (rechts) im Kampf gegen Remo Käser.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

Ein Versprechen für die Zukunft ist der 18-jährige Toggenburger Werner Schlegel. Dass er aussergewöhnliches Talent mitbringt, hatte er zuvor schon mehrfach bewiesen. In Kilchberg untermauerte er seine Ambitionen mit einem starken Auftritt – trotz suboptimaler Vorbereitung aufgrund einer Schulterprellung.

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