HCK-Flügel Adi Blättler weckt Begehrlichkeiten

Kriens-Luzern bekommt es heute mit Schaffhausen zu tun (Krauerhalle, 17 Uhr). Gegen den Titelfavoriten ist der HCK nicht chancenlos – weil Adi Blättler Tore am Laufmeter wirft.

Roland Bucher
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Adi Blättler: «Die Bälle hüpfen von selbst rein»: (Bild: Pius Amrein (Kriens, 28. März 2018)).

Adi Blättler: «Die Bälle hüpfen von selbst rein»: (Bild: Pius Amrein (Kriens, 28. März 2018)).

Vieles im Leben und nicht zuletzt in der Karriere eines Sportlers sei eine Sache des Selbstvertrauens, vermutet Adi Blättler, der 23-jährige Linksflügel des HC Kriens-Luzern. Wiegt man sein Selbstvertrauen in Tore auf, dann kommt man auf ein grossartiges Zwischentotal: 25 Treffer hat das Eigengewächs in den ersten drei Partien gegen St. Otmar (5), Bern (12) und Suhr (8) geworfen. «Ja», gesteht der Irrwisch, «ich fühle mich gut in Form. Wenn du deine Sicherheit beim Torwurf gefunden hast, dann hüpfen die Bälle manchmal von selbst rein».

Das ist natürlich eine eloquente Untertreibung, magische Selbstläufer gibt es auch im Handball keine. «Adi hat in den letzten Jahren unerhört hart an seinen Stärken gefeilt», erklärt Manuel Liniger, «jetzt erntet er. Er ist im Moment einfach gut». Wissen muss man: Liniger war jahrelang ein Schweizer Vorzeigehandballer, Bundesliga-Profi, 214-facher Internationaler (902 Tore). Der Winterthur, körperlich wie Blättler (172 m/73 kg) kein Protz, schwärmt, wie der pfeilschnelle Krienser in der Defensive gelernt habe, zu antizipieren. «Wenn er dann mal mit dem Ball zum Gegenstoss losrennt, dann hält ihn keiner mehr auf. Ich habe auch festgestellt, dass Adi sein Wurfrepertoire nochmals angereichert hat. Das macht ihn sehr unberechenbar.» Und weckt in diesen Tagen Begehrlichkeiten anderer Vereine, die auf den Krienser Topschützen aufmerksam geworden sind. «Adi hat das Rüstzeug, um eine Auslandkarriere zu lancieren», glaubt Liniger, «aber er muss seine Zukunft Schritt für Schritt planen». Er rate ihm, sich noch zwei, drei Jahre bei Kriens zu verfeinern. «Konkret habe ich noch nichts gehört», schränkt Blättler, dessen Vertrag beim HCK im Sommer 2019 ausläuft, ein: «Wir werden im November zusammensitzen und schauen, wie es weitergeht.»

Ausfall von Paul Bar wiegt schwer

Heute werden die Krienser zusammenstehen, wollen Schaffhausen an den Karren fahren. «Wir müssen absolut solid verteidigen und in der Offensive die Fehlerquote ganz gering halten, dann haben wir eine gute Chance», sagt Blättler.

Goran Perkovac, der Trainer, arg erleichtert nach dem ersten Saisonsieg letzten Samstag bei Suhr, spricht von «Bonuspunkten», die man sich gegen Schaffhausen erbeuten könne und verweist darauf, dass «wir im Prinzip die Qualitäten besitzen, den Kadetten ganz nahe aufzurücken». Die Aufgabe wird nicht leicht, weil Goalie Paul Bar, eben vorzüglich in Form gekommen, einen Kreuzbandriss erlitt und das Spiel von der Tribüne aus beobachten wird. «Sein Ausfall wiegt schwer», sagt Blättler, «nicht zuletzt auch deshalb, weil er Feuer ins Spiel bringen kann. Aber wir haben alle auch höchstes Vertrauen in André Willimann, er ist in jedem Spiel für 20 Paraden gut». Ihn, Willimann, werden einen der beiden Juniorenkeaper Kayoum Eicher oder Philippe Lauber assistieren. Auch sie geniessen Vertrauen. Denn Kriens pflegt Nachwuchsleute gut auszubilden. Siehe Adi Blättler.