Bitterer als die Niederlage

Der HC Davos verliert nicht nur den Halbfinal des 89. Spengler Cups gegen das Team Canada auf dramatische Art und Weise 5:6. Mit Gregory Sciaroni kommt ein weiterer Leistungsträger auf die lange Liste der verletzten Spieler.

Kristian Kapp/Davos
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Nach einem Check des Kanadiers Chris DiDomenico liegt Gregory Sciaroni verletzt auf dem Eis. Mit Sciaroni fehlt Davos in den nächsten Wochen ein weiterer Schlüsselspieler. (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

Nach einem Check des Kanadiers Chris DiDomenico liegt Gregory Sciaroni verletzt auf dem Eis. Mit Sciaroni fehlt Davos in den nächsten Wochen ein weiterer Schlüsselspieler. (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

EISHOCKEY. War es nur eine Niederlage? Oder doch auch eine Erlösung? Der HC Davos ging an «seinem» Turnier gestern mit fliegenden Fahnen unter. Beim vierten Einsatz innert 67 Stunden gelang es Davos nicht nur, das Team Canada phasenweise ganz schlecht aussehen zu lassen. Die Kanadier, die «erst» ihr drittes Spiel in 91 Stunden bestritten, sahen sich zweimal mit heiklen Rückständen konfrontiert: 1:4 kurz vor Spielhälfte und 4:5 bis viereinhalb Minuten vor Spielende. Die Davoser Akteure wehrten sich zwar gegen die These, die Energie sei ihnen am Ende ausgegangen, und verwiesen auf die «unnötigen Fehler» vor dem 5:5 und dem 5:6. Auch dies hatte seine Richtigkeit, es waren aber eben Fehler, die unterlaufen, wenn die Konzentration nachlässt.

Frust wegen der Verletzung

Und darum war es eben auch eine Erlösung für viele Davoser Spieler. Der Finaleinzug mit dem heutigen fünften Spiel innert 88 Stunden wäre dann wohl doch des Guten zu viel geworden – bereits am 2. Januar geht es schliesslich mit einer Doppelrunde gegen die ZSC Lions im Meisterschaftsalltag weiter. Wirklich ärgern über die Niederlage mochte sich auch Arno Del Curto darum nicht.

Der Frust über die Verletzung von Gregory Sciaroni war beim Davoser Trainer grösser: «Einen wie ihn kannst du gerade in der Champions League gegen ein schwedisches Spitzenteam nicht ersetzen.» Del Curto blickte damit bereits Richtung 12. Januar, wenn seine Mannschaft Frölunda Göteborg im Halbfinal in Davos empfangen wird – das Rückspiel in Schweden findet eine Woche später statt. Sciaroni wird nicht dabei sein. Er fiel kurz vor Ende des Startdrittels nach einem Check des Kanadiers Chris DiDomenico aus. Die Diagnose war ernüchternd: Starke Verrenkung von Handwurzelknochen, was einen Ausfall von sechs bis acht Wochen bedeutet. DiDomenico traf keine Schuld, die Charge war korrekt.

Auch der zweite Motor fällt aus

Mit Sciaroni fällt nun nach Dino Wieser auch der zweite «Motor-Spieler» aus, wohl kein zweiter Davoser Akteur kann eine derart hohe Intensität ins Spiel bringen wie der Tessiner. Del Curtos Fazit: «Irgendwann wird es zu eng, und dann es geht nicht mehr.»

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