Biathlon zieht Talente an

Der Bündner Ivan Lechthaler trainiert im Toggenburg den Biathlon-Nachwuchs. Seine Läuferinnen und Läufer sind auf den Spuren von Benjamin Weger, der es aus der nationalen Kidz-Trophy bis in die Weltspitze geschafft hat.

Thomas Werner
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Im Toggenburg eifern die Nachwuchsbiathletinnen und -biathleten dem neuen Schweizer Aushängeschild Benjamin Weger nach. (Bild: Thomas Werner)

Im Toggenburg eifern die Nachwuchsbiathletinnen und -biathleten dem neuen Schweizer Aushängeschild Benjamin Weger nach. (Bild: Thomas Werner)

BIATHLON. Benjamin Weger macht's möglich. Das Schweizer Fernsehen wird Anfang März erstmals Wettkämpfe einer Biathlon-WM live übertragen. Der 21jährige Walliser steht für die Neuzeit im Schweizer Biathlon und ist der erste Medaillenkandidat, den Swiss Ski stellen kann. Als selbständige Sparte standen die Biathleten rund alle zwei Jahre vor dem Konkurs. Seit sie unter dem Dach von Swiss Ski stehen, geht's mit den Biathleten stetig aufwärts, bestätigt Ivan Lechthaler, Trainer beim SSC Toggenburg. Die Zeit, als erfolglose Langläufer ihr Glück im Biathlon suchten, ist vorbei. Auch in der Schweiz werden jetzt die Jüngsten direkt zum Biathlon geholt. So bietet die nationale Kidz-Trophy von Swiss Ski Läuferinnen und Läufern der Kategorien U10 bis U16 Startgelegenheiten. Neun sind es inklusive Final in diesem Winter, am Wochenende stehen die Rennen im Toggenburg auf dem Programm.

Weger als Vorbild

Bereits hat die Serie ihren grossen Botschafter und Werbeträger. Weger ist der Erste, der es aus der Kidz-Trophy bis in die Weltspitze geschafft hat. Schon dreimal stand der Obergommer im Weltcup in dieser Saison auf dem Podest. Einmal fehlten nur 1,6 Sekunden zum ersten Weltcupsieg eines Schweizers.

Diese Erfolge motivieren auch die jungen Läuferinnen und Läufer im Toggenburg. Unter Lechthaler trainieren 13 Athleten, zwölf im Alter zwischen 9 und 16 sowie ein 19jähriger Junior. Mit Anna Knaus, Nirando Bacchetta und Lars Lusti stehen drei Mitglieder des SSC Toggenburg vor dem Sprung in die Kandidatengruppe von Swiss Ski. Dort werden die Talente, die dereinst in einem Swiss-Ski-Kader Aufnahme finden könnten, in speziellen Kursen gezielt gefördert und trainiert.

Lechthalers Ziel ist es, seinen Läuferinnen und Läufern eine Basis für eine Spitzensportkarriere zu geben. «Aber der Weg ist lang», sagt der bald 35jährige Bündner. Zehn Jahre müsse man rechnen, um ganz nach oben zu kommen. Nur Ausnahmetalente brauchten dazu ein, zwei Jahre weniger. Er denkt an Dario Cologna, der wie Lechthaler aus dem Münstertal stammt. Aber nur wenige kämen so weit wie Weger und Cologna. An Ehrgeiz und Willen fehle es seinen Besten aber bestimmt nicht.

Immer einen Schritt voraus

Lechthaler hatte als 16-Jähriger den Sprung nicht ganz geschafft. Die Leidenschaft für Biathlon ist geblieben. Und so will der Bündner, der vor zwölf Jahren in die Ostschweiz kam, nun als Trainer den anderen «immer einen Schritt voraus sein». So dürfen seine Athleten auch schon mal früher als vorgesehen im freien Anschlag oder mit dem Kleinkalibergewehr schiessen. Dank eines grosszügigen Arbeitgebers kann der Bauleiter jeden Mittwochnachmittag mit seinen Athleten trainieren. In den vergangenen Jahren war er für Swiss Ski auch als Trainer im IBU-Cup – der zweithöchsten Stufe nach dem Weltcup – unterwegs.

Ivan Lechthaler (Bild: tw)

Ivan Lechthaler (Bild: tw)

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