BIATHLON: Eclat bei der Siegerehrung

Die Schweizer Mixed-Staffel eröffnet die WM mit einem 14. Rang. Zwölf Nachlader verhindern den angestrebten Top-10-Platz. Mehr zu reden geben aber Martin Fourcade und die Russen, die Dritte werden.

Hans Leuenberger/sda
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Benjamin Weger konnte im ersten WM-Rennen mit dem Schweizer Mixed-Team nicht wie gewünscht reüssieren. (Bild: Freshfocus)

Benjamin Weger konnte im ersten WM-Rennen mit dem Schweizer Mixed-Team nicht wie gewünscht reüssieren. (Bild: Freshfocus)

Hans Leuenberger/SDA

40 Sekunden trennten die Schweiz letztlich in der WM-Mixed-Staffel von Position zehn der Finnen. Dies entsprach umgerechnet vier Patronen, die nachgeladen werden mussten, um die Scheibe doch noch zu treffen. Immerhin vermied das Quartett mit Aita Gasparin, Lena Häcki, Benjamin Weger und Serafin Wiestner eine Strafrunde. Der erste Sieg der Titelkämpfe in Tirol ging an die Deutschen, die vor Frankreich mit dem überragenden Schlussläufer Martin Four-cade und Russland gewannen.

Insbesondere der Kampf um Silber zwischen Frankreich und Russland war heftig – nicht bloss in der Loipe. Als die Russen, die den Ex-Doping-Sünder Alexander Loginow in der Mixed-Staffel aufgestellt hatten, an Fourcade vorbeimarschierten und ihm den Handschlag verweigerten, applaudierte der französische Weltcup-Leader höhnisch. Von den Zuschauern gab es Pfiffe für die russischen Biathleten. Als die Russen später bei der Siegerzeremonie das Podest bestiegen, lief Fourcade mit seinem Blumenstrauss in der Hand davon.

Loginows Nominierung provoziert Fourcade

Vor dem Rennen hatte Fourcade mit Bezug auf die Nominierung Loginows getwittert: «Wir dachten nicht, dass es möglich ist. Aber sie haben es getan.» Viele Biathleten sehen in der Aufstellung Loginows eine Provokation seitens der Russen. Dieser ist nach Angaben des russischen Männertrainers Ricco Gross gegen seinen Willen für die Mixed-Staffel nominiert worden. «Wir wollten eigentlich eine komplett andere Mannschaft laufen lassen, aber der Verband hat sich dann für diese Aufstellung entschieden», sagte Gross. «Es gibt natürlich Sachen, die werden über einen hinweg entschieden», meinte der deutsche Trainer der russischen Männer. Loginow hatte erst im Dezember eine zweijährige EPO-Sperre verbüsst. An der EM hatte der 25-Jährige gleich drei Titel gewonnen und damit die WM-Qualifikation sicher geschafft.

An der anschliessenden Pressekonferenz kritisierte der ansonsten eher zurückhaltende russische Schlussläufer Anton Schipulin den Franzosen scharf. «Er hat sich unfair verhalten und damit greift er unsere ganze Mannschaft an. Das können wir nicht hinnehmen», sagte Schipulin aufgebracht. Fourcade wies die Vorwürfe zurück. Er habe nichts falsch gemacht. «Ich kämpfe für sauberen Sport und wer das nicht akzeptiert, muss damit klarkommen», sagte der fünffache Weltcup-Gesamtsieger. Normalerweise geben an Medienterminen fast nur Sieger Auskunft, diesmal sassen die Deutschen deplaziert dazwischen. «Wenn immer von der Biathlonfamilie die Rede ist, ich glaube, eine Familie sind wir nicht. Und man darf sich auch durchaus kritisieren, aber nicht alle sind für Kritik offen und dann passiert so etwas», kommentierte Arnd Peiffer aus dem deutschen Siegerteam die Szenerie.