Bern überrollt Zug

Bern ist ideal in die Meisterschaftsentscheidung gestartet und führt in der Serie mit 1:0. Dank dem dreifachen Torschützen Marc Arcobello gewinnt der Titelverteidiger das erste Spiel zu Hause 5:0.

Sandro Mühlebach (sda)
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Vorentscheidendes 2:0: Berns Martin Plüss (Zweiter von rechts) stochert den Puck an Zugs Goalie Tobias Stephan vorbei ins Tor. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Vorentscheidendes 2:0: Berns Martin Plüss (Zweiter von rechts) stochert den Puck an Zugs Goalie Tobias Stephan vorbei ins Tor. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Sandro Mühlebach (SDA)

Mit Spannung war der erste Final zwischen den beiden Mannschaften seit 20 Jahren erwartet worden. Spannung kam in der ausverkauften Berner Arena indes nie auf. Der SC Bern dominierte die Partie von Beginn weg nach Belieben und liess den Zentralschweizern nicht den Hauch einer Chance. Die Zuger Fans, die ihre Mannschaft nach Bern begleitet hatten, feierten ihr Team zwar während der gesamten zweiten Drittelspause. Dabei hatten sie weder davor noch danach etwas zu lachen oder gar etwas zu bejubeln.

Nach gut acht Minuten führte Bern dank Treffern von Marc Arcobello und in Unterzahl von Martin Plüss bereits 2:0. Und spätestens, nachdem die Berner durch Arcobello und Justin Krueger auch im zweiten Abschnitt zwei frühe Tore gebucht hatten, war die Entscheidung gefallen. Arcobello veredelte seinen starken Auftritt in der 38. Minute mit dem fünften Berner Treffer. Es war bereits der Schlusspunkt in der einseitigen Angelegenheit.

Die spielerische Überlegenheit der Berner war erdrückend. Mit vier Linien setzte das Team von Trainer Kari Jalonen den Gegner permanent unter Druck. Zug fand gar nie in die Partie. Das offensive Spiel, das sie in dieser Saison ausgezeichnet hatte, vermochten die Zuger gar nie aufzuziehen. Nach 13 Minuten verzeichneten die Zentralschweizer den ersten halbwegs gefährlichen Abschluss, bis zur ersten echten Torchance dauerte es bis weit ins zweite Drittel hinein.

Sechster Shutout für Genoni

Dass sich die Zuger nicht entfalten konnten, lag aber auch am Gegner. Die Defensive mit dem überragenden Torhüter Leonardo Genoni hatte bereits in den Playoff-Serien davor zum entscheidenden Element im Berner Spiel gehört. Und auch im ersten Finalspiel schirmten sie ihren Torhüter hervorragend ab. Am Ende feierte Genoni seinen sechsten Shutout in dieser Saison, den zweiten in den laufenden Playoffs.

Aus dem Berner Kollektiv ragte Arcobello heraus. Der US-Amerikaner erzielte erstmals drei Tore in einem NLA-Spiel. Bei all seinen drei Toren überwand er den Zuger Torhüter Tobias Stephan mit ansatzlosen, präzisen Schüssen aus naher Distanz. Der Topskorer des Titelverteidigers zeigte auf, weshalb er die Qualifikation mit 25 Toren und 30 Assists als bester Skorer der Liga abgeschlossen hatte und nach elf Playoff-Spielen auch schon wieder 13 Punkte gesammelt hat.

David McIntyre, der beste Playoff-Skorer der Zuger, dagegen, hatte zumindest in einer Szene noch weniger zu lachen als seine Teamkollegen. Nach acht Minuten wurde der Kanadier von Berns Martin Plüss nach allen Regeln der Kunst ausgespielt. Im eigenen Drittel hatte Plüss, der am Mittwoch seinen 40. Geburtstag gefeiert hatte, den Puck erobert und ins gegnerische Drittel getragen. Dort spielte der Routinier mit McIntyre Katz und Maus. Schliesslich drückte der Center, mit dem die Berner keinen Vertrag für die kommende Saison mehr aushandeln konnten, den Puck im Gewühl über die Linie.

Im Halbfinal gegen Davos hatte Zug auf Rückschläge stets reagieren können. Aus dieser Erkenntnis werden die Zentralschweizer nun in den kommenden Spielen Hoffnung schöpfen.