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BERGLAUF: Stolz und zufrieden über den dritten Rang

Der Thurgauer Patrick Wieser erreicht beim Gornergrat-Zermatt-Marathon einen Podestplatz. Und er kann den strapaziösen Lauf sogar geniessen.
Ein zufriedener Patrick Wieser nach dem Lauf. (Bild: Peter Birrer)

Ein zufriedener Patrick Wieser nach dem Lauf. (Bild: Peter Birrer)

Als es auf das Ende des 16. Gornergrat-Zermatt-Marathons zuging, näherte sich Patrick Wieser immer mehr Mustafa Shaban, dem Konkurrenten aus Bulgarien. Er merkte: Platz 3 liegt doch noch im Bereich des Möglichen. Und bemerkenswert war, wie er es beim nahrhaften Aufstieg von der Riffelalp zum Ziel auf dem Riffelberg schaffte, frische Kräfte zu mobilisieren. «Diesen Abschnitt», sagte der 37-jährige Thurgauer, «habe ich vermutlich noch nie so schnell absolviert.»

Während des Rennens kaum jemals gelitten

Als er in 3:10:37 Stunden die 42,195 Kilometer hinter sich hatte, riss er die Arme hoch und strahlte: «In Anbetracht der starken Konkurrenz darf ich mit meiner Leistung sehr zufrieden sein. Ich habe während des ganzen Rennens kaum gelitten.»Dass es dem Sieger von 2011, 2012 und 2016 so erfreulich lief, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Start ins Jahr war geprägt von Achillessehnenproblemen, die wohl auf zu intensive Laufeinheiten zurückzuführen waren. Im Februar sah er sich deshalb gezwungen, die Umfänge deutlich zu reduzieren – und als er im März für zwei Wochen nach Lanzarote flog, fehlte es ihm in der ersten Trainingswoche merklich an Kraft. Er brauchte ein paar Tage Anlaufzeit, um danach sagen zu können, dass sich der Abstecher auf die spanische Insel gelohnt hatte.

Der bald 38-Jährige lancierte seine Wettkampfsaison spät, dafür zumindest so, dass er wusste: Ich kann es doch noch. Am Schluchseelauf im Schwarzwald erreichte er über 18,2 km in 59:55 Minuten den zweiten Platz; am LGT-Bergmarathon in Malbun wurde er in 3:13:22 Stunden Dritter. Richtig glücklich machte ihn das aber nicht. Fünfmal hatte er dort in seiner Karriere bereits gewonnen, da wirkt für ihn jede andere Platzierung wie eine Enttäuschung. Ihn plagten teilweise schwere Krämpfe so sehr, dass ihm der Gedanke durch den Kopf schoss: Wieso tue ich mir das alles an? Warum richte ich meinen Alltag, meine Ernährung nach dem Laufen aus?

«Man beginnt sich in schwierigen Momenten zwar zu hinterfragen», sagt der gebürtige Thurgauer aus Aadorf, «aber wenn ich eine Antworte suche, finde ich sie jeweils ziemlich rasch. Und es ist immer dieselbe.» Nämlich? «Als Naturmensch sehe ich auch die Schönheiten der Landschaft, wenn ich renne. Das gibt mir Motivation. Und solange die Resultate am Ende halbwegs in Ordnung sind, sehe ich keinen Grund, aufzuhören.»

Eigentlich gilt Wieser als Hobbysportler, der als Kantonspolizist in Winterthur ein Vollzeitpensum bewältigt. Gleichzeitig wird ihm dieser Begriff nicht gerecht, weil er bereit ist, enorm viel Zeit in den Sport zu investieren. Normalerweise bringt er es im Schnitt auf drei Stunden Training pro Tag. Das heisst: um 5.45 Uhr aufstehen und losrennen – und nach 18 bis 20 Kilometern im Büro mit der Arbeit beginnen. Nach Dienstschluss stürzt er sich wieder in sein Sportoutfit und absolviert sein zweites Training.

Der Ausdauersportler hat zwar ausgefüllte Tage, aber das hat ihn nicht davon abgehalten, sich noch ein Hobby zuzulegen. Vor einem Jahr hat er mit einem Laufkollegen einen Imkerkurs besucht und ist nun begeisterter Bienenzüchter. «Eine coole Sache», sagt Wieser und erzählt, wie zwei der neun Völker 30 Kilo Honig produziert haben. Wieser und sein Kumpel versehen die Honiggläser selbstredend mit einer angemessenen Etikette: «The Runners Hive» steht drauf, Bienenstock der Läufer.

Am 40. Geburtstag aufs Matterhorn

Mit dem Imkern will sich Wieser auch in Zukunft intensiv beschäftigen – und als Läufer effizient sein. Also gezielt Wettkämpfe auswählen, auf die er sich auch freuen kann. Ein konkretes Ziel hat Wieser und erreichen will er es 2019, idealerweise am 10. August. Das ist der Tag, an dem er seinen 40. Geburtstag feiert. Am liebsten will er diesen runden Geburtstag auf dem Matterhorn erleben. Peter Birrer

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