Bereit für die «Schlacht» und die Krönung: Die Schweizer Unihockey-Frauen wollen an der Heim-WM in den Final einziehen

In Neuenburg stehen heute die Halbfinals der Unihockey-WM auf dem Plan. Mit dabei sind auch die Schweizerinnen, die sich dank einem breiten Kader und frenetischem Publikum in den Final kämpfen wollen.

Alessandro Crippa
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Captain Flurina Marti rechnet gegen Tschechien mit einem engen Spiel, mit einer «Schlacht».

Captain Flurina Marti rechnet gegen Tschechien mit einem engen Spiel, mit einer «Schlacht».

Bild: Claudio Thoma / Freshfocus

Die Zuschauer feiern die Schweizer Unihockeyanerinnen in der Neuenburger «Patinoire du Littoral» mit stehenden Ovationen. Mit Lettland haben die Schweizerinnen im Viertelfinal keine Mühe und gewinnen 10:4. Zufrieden sind sie aber nur bedingt. Nach 40 Minuten stand es 9:2, gegen das Spielende litt die Konzentration. Stürmerin Seraina Ulber sagt: «Schade, dass wir es im letzten Drittel nicht durchziehen können. Aber in einem K. o.-Spiel zählt am Ende nur der Sieg.»

Seraina Ulber (rechts) - hier im Spiel gegen Finnland - ist nicht restlos zufrieden mit dem Viertelfinalspiel gegen Lettland.

Seraina Ulber (rechts) - hier im Spiel gegen Finnland - ist nicht restlos zufrieden mit dem Viertelfinalspiel gegen Lettland.

Bild: Claudio Thoma / Freshfocus

Enge WM-Bronze-Spiele gegen Tschechien

Ein solches K. o.-Spiel ist auch der Halbfinal am Samstag (17.45 Uhr, live SRF 2) gegen Tschechien. Im anderen Halbfinal treffen die beiden Unihockey-Grossmächte Schweden und Finnland aufeinander. Das Finalwochenende bietet der Schweiz auch eine grosse Chance: Bei den zwölften Weltmeisterschaften will sie zum neunten Mal eine Medaille holen. Vor allem aber will sie wieder einmal in den Final – zum ersten Mal nach 2009 und zum fünften Mal in der Geschichte. Darauf haben die Schweizerinnen mit einer grossen Willensleistung hingearbeitet. Seit dem Frühling trafen sie sich jeden Freitag zum gemeinsamen Training. Das Ziel: Der WM-Final zuhause.

«Es treffen zwei ebenbürtige Mannschaften aufeinander. Das wird fast eine Schlacht.»

Die Chancen, das Ziel zu erreichen, sind intakt. Tschechien als Gegner – zuletzt ein gutes Omen: Dreimal gewannen die Schweizerinnen Bronze. Immer gegen Tschechien. Immer mit einem Tor Unterschied. Nun trifft man für einmal im Halbfinal auf Tschechien. Weil das wichtige Spiel am vergangenen Sonntag gegen Finnland gewonnen wurde, geht man Schweden aus dem Weg. Flurina Marti, Captain der Schweizerinnen, rechnet mit einem engen Spiel. Sie sagt: «Es treffen zwei ebenbürtige Teams aufeinander. Das wird fast eine Schlacht.»

Flurina Marti ist vor den deutschen Gegenspielerinnen am Ball. Das ist auch für das Spiel heute Abend gegen Tschechien das Ziel.

Flurina Marti ist vor den deutschen Gegenspielerinnen am Ball. Das ist auch für das Spiel heute Abend gegen Tschechien das Ziel.

Bild: Claudio Thoma / Freshfocus

Mit 4000 Fans im Rücken und Gänsehaut in den Final?

Ein Vorteil sehen die Schweizerinnen in der Breite ihres Kaders. «Wir haben unsere Leute auf drei Linien aufgeteilt. Tschechien hat vor allem eine starke Linie», sagt Seraina Ulber.

Können Seraina Ulber (Zweite von rechts) und ihre Teamkolleginnen erneut zusammen mit dem frenetischen Publikum einen Sieg feiern?

Können Seraina Ulber (Zweite von rechts) und ihre Teamkolleginnen erneut zusammen mit dem frenetischen Publikum einen Sieg feiern?

Bild: Freshfocus

Zu guter Letzt kann natürlich auch das heimische Publikum ein Faktor sein. 4000 Fans in rot-weiss. Das sorgt auch den einen oder anderen Gänsehautmoment bei den Spielerinnen. Nicht auszuschliessen, dass es diese Momente auch gibt, wenn sie Tschechien in der «Schlacht» bezwingen und den lang und so sehr herbeigesehnten Final am Sonntag erreichen. Die Schweizerinnen scheinen für die Krönung bereit.

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