«Bellas» Zukunft ist völlig offen

BEACHVOLLEYBALL. Wenn der Frauenfelder Patrick Heuscher seinen Rücktritt erklärt, muss Jefferson Bellaguarda einen neuen Partner suchen. Es könnte auch sein, dass Heuscher einen anderen Teamkollegen braucht. Ab heute spielen die beiden in Frauenfeld.

Ruedi Stettler
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Der «fliegende» Jefferson Bellaguarda ist ab heute in Frauenfeld (Marktplatz) zu bewundern. (Bild: ap/Jae C. Hong)

Der «fliegende» Jefferson Bellaguarda ist ab heute in Frauenfeld (Marktplatz) zu bewundern. (Bild: ap/Jae C. Hong)

Bis Sonntag sind der einheimische Patrick Heuscher und Jefferson Bellaguarda am Event in Frauenfeld engagiert. Und möchten gewinnen. «Wir haben zuletzt in Rorschach knapp verloren, also wäre jetzt die Revanche fällig», sagt Bellaguarda. Was kommt für den ehemaligen Brasilianer danach? «Wir absolvieren vom 5. bis 7. September noch die Schweizer Meisterschaft in Bern. Und dann, ja dann, ist so viel möglich.» Gespräche zwischen den zwei Teamkollegen laufen schon lange. Aber keiner gibt bisher nach aussen preis, wie es weiter geht. «Bella» lacht: «Der Verband hat auch etwas zu sagen. Gerade heute finden Gespräche mit dem Trainer des nationalen Zentrums, Stefan Kobel, statt.»

Kaum mehr vier Jahre

Weil Sascha Heyer seine glorreiche Karriere beendet, wird Sébastien Chevallier frei. Wer also tut sich mit dem Westschweizer zusammen? Stellt Swiss Volley wieder einen Routinier an seine Seite? Oder wagt man sogar den Sprung nach vorne und eines der verschiedenen Talente darf Heyers Platz «erben»? Fragen über Fragen also. Jefferson Bellaguarda will sich überhaupt nicht um die vielen Spekulationen kümmern: «Im Moment ist für mich klar, dass ich nicht mehr vier Jahre weitermache bis zu den nächsten Olympischen Spielen.»

Olympia in Rio

Diese Aussage überrascht ein wenig, finden doch die nächsten Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro statt, Bellaguardas Heimatland. Der am 12. September 36 Jahre alt werdende Wahlschweizer meint schelmisch: «Wenn in Brasilien 2016 Paralympics ausgetragen werden, dann könnte ich dort mitmachen.»

Er meint das überhaupt nicht despektierlich, sondern auf seine Gesundheit angesprochen: «Ich spüre schon, dass mein Körper die Anstrengungen nicht mehr so gut verkraftet. Zudem hatte ich in der letzten Saison erhebliche Bandscheiben-Probleme. Zum Glück habe ich daheim eine Physiotherapeutin.» Er meint damit seine Schweizer Frau. Und die ist hochschwanger, denn im Oktober kommt das erste Kind der beiden zur Welt. Darauf freut sich «Bella» ungemein.

In der Schweiz bleiben

Dieses freudige Ereignis ist nur ein wesentlicher Grund, warum sich Bellaguarda nicht vorstellen kann, wieder nach Brasilien zurück zu kehren: «In Südamerika ist mit Kriminalität und Korruption längst nicht alles Gold, was von aussen glänzt. Die Schweiz bietet mir unheimlich viel Sicherheit, hat eine herrliche Landschaft, und überall ist es ruhig. Auch in Dübendorf, wo ich seit zwei Jahren wohne.» Gerade weil jetzt im Hause Bellaguarda Nachwuchs angesagt ist, möchte der Beachprofi (nach einer vierjährigen Zwangspause ab 2009 mit Martin Laciga wieder international im Einsatz) das Reisen ein wenig einschränken. «Natürlich spiele ich nach wie vor unheimlich gerne Volleyball, aber die Prioritäten werden sich jetzt verschieben.»

Doch mit Heuscher?

Mit wem er 2013 spielen wird, dürfte sich demnächst entscheiden: «Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Pädi und ich weiter- machen. Wir haben es sehr gut zusammen. Auch mit unserem Trainer Markus Egger läuft alles reibungslos. Also warten wir ab, was passiert.» Zu denken gibt Bellaguarda, dass die Akteure immer noch grösser werden: «Ich bin nur 193 cm, da hast du gegen die Zwei-Meter-Riesen fast keine Chance mehr.» In Frauenfeld steht heute ab 16 Uhr auch so eine «Wand» im gegnerischen Block: «Ja, Sascha ist auch so ein Brocken, den man kaum überwinden kann.» Der angesprochene Heyer steht daneben und lacht herzlich.

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